Nach dem Rennen im Rollstuhl

Hitze-Drama um deutsche Olympia-Ruderin

2000 Meter bei über 30 Grad sind mehr als nur eine Herausforderung.  Leonie Menzel (vorne) überforderte das heftige Wetter ein wenig.
2000 Meter bei über 30 Grad sind mehr als nur eine Herausforderung. Leonie Menzel (vorne) überforderte das heftige Wetter ein wenig.
© Getty Images, Bongarts, SVR / KM

23. Juli 2021 - 14:26 Uhr

Völlig verausgabt ...

Dramatischer Olympia-Auftakt für unsere Ruderer: Der Doppelzweier mit Annekatrin Thiele und Leonie Menzel ist in Tokio Letzter im Vorlauf geworden und muss nun in den Hoffnungslauf. Ganz besonders bitter: Leonie Menzel hatte dabei auf der Regattastrecke im Sea Forest Waterway am Ende Probleme und konnte nicht mehr mit voller Kraft rudern. Das Drama ging für die noch junge Sportlerin auch nach dem Rennen noch weiter.

"Der Kreislauf war immer stabil"

Die 22-Jährige wurde mit einem Rollstuhl in ein nahe liegendes Funktionsgebäude gefahren, saß aber wenig später mit einer Kühlweste schon wieder auf einem Ergometer. Die Temperaturen um die Mittagszeit lagen bei knapp über 30 Grad. "Das ist immer sehr individuell, das kann jedem mal passieren, auch denen, die die Hitze eigentlich gut ertragen", sagte ihr Teamkollege Marc Weber, der im Doppelzweier mit Stephan Krüger ebenfalls Vorlauf-Vierter wurde.

Menzels Trainer Thomas Affelt gab kurze Zeit später Entwarnung. "Es war eine Kombination aus Anstrengung und Hitze, denn es war ein harter Bord-an-Bord-Kampf. Der Kreislauf war immer stabil, es ist halt so, dass die Sportler an ihre Grenzen gehen, wenn es drauf ankommt", sagte er. Ein Schwächeanfall sei es nicht gewesen, "aber irgendwann macht die Muskulatur zu", Menzel habe sich ganz gut erholt. "Das Ziel bleibt das Halbfinale", betonte Affelt.

Die Sportler kämpfen in Tokio mit enormer Hitze. Jüngstes Beispiel: Die russische Bogenschützin Swetlana Gombojewa hatte in der Qualifikationsrunde am Mittag einen Hitzschlag erlitten. Aber auch die 23-Jährige erholte sich zum Glück schnell wieder. (tno/dpa)

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