Schwerer Schicksalsschlag in der Kindheit

Gold-Schwimmer Wellbrock: Sido-Tattoo für verstorbene Schwester

Florian Wellbrock
Florian Wellbrock
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05. August 2021 - 12:52 Uhr

Die traurige Geschichte hinter seinem Brust-Tattoo

Florian Wellbrock ist unser großer Gold-Held im Wasser. Nach der Bronzemedaille im Becken schwamm er über die 10 Kilometer in Tokio zu historischem Gold. Der Olympiasieger krönte seinen sportlichen Sommer, privat läuft es ebenfalls: Er ist mit Medaillengewinnerin und Schwimm-Kollegin Sarah Köhler verlobt – ein Sport-Traumpaar. Doch in der Kindheit musste der Schwimm-Star einen schweren Schicksalsschlag verkraften. Auch in Gedenken an seine verstorbene Schwester ließ sich Wellbrock eine Liedzeile des Rappers Sido tätowieren.

Video: Wellbrock schwimmt allen davon

"Genieß dein Leben ständig, du bist länger tot als lebendig“

Florian Wellbrock.
"Genieß dein Leben ständig, du bist länger tot als lebendig."
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2006 der Schock in Wellbrocks Kindheit: Seine 13-jährige Schwester Franziska brach beim Weihnachtsschwimmen im Bremer Tenevar-Bad nach ihrem Wettkampf zusammen. Alle Wiederbelebungsmaßnahmen scheiterten. Die genaue Todesursache blieb laut "Magdeburger Volksstimme" ungeklärt, auf eine Obduktion sei verzichtet worden.

Auch um seine Schwester zu ehren, ließ er sich eine Zeile des Rappers Sido tätowieren. Seither prangt der Satz "Genieß dein Leben ständig, du bist länger tot als lebendig" auf seiner Brust und begleitet ihn bei all den Wettbewerben.

Vor drei Jahren sprach er erstmals öffentlich über den tragischen Verlust. "Ich war damals neun Jahre alt, und klar war es ein Schock, die Schwester verloren zu haben", sagte Wellbrock der "Magdeburger Volksstimme": "Aber ich habe es eigentlich nicht richtig verstanden. Ich habe einfach weitergemacht. Und ich glaube nicht, dass es mich in meiner persönlichen Entwicklung geprägt hat."

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Florian Wellbrock in Tokio.
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Florian Wellbrock ging später in die sportorientierte Schule in Bremen, die auch seine Schwester bis zu ihrem Tod besucht hatte. Seine Eltern hatten deswegen zunächst Bedenken. "Franziska war sehr beliebt, und die Schule stand unter Schock", sagte Vater Bernd: "Aber Florian wollte unbedingt dorthin." Später wechselte er auf ein Sportinternat nach Magdeburg.

Und sein Weg ging steil nach oben. 2018 und 2019 feierte er Erfolge bei der Europa- und Weltmeisterschaft, in diesem Jahr nun der Sprung in den Schwimm-Olymp. (msc/sid)