Weitspringer kämpft für seinen Traum

Paralympics-Star Markus Rehm: Darum will er sich zu Olympia klagen

20. Juli 2021 - 7:49 Uhr

Prothesen-Weitspringer kämpft für seinen Traum

Der deutsche Weitspringer Markus Rehm springt mit 8,62 Metern so weit wie in diesem Jahr bislang niemand sonst – doch zu den Olympischen Spielen darf er nicht. Denn der 32-Jährige springt mit einer Prothese. In Tokio will er nicht nur bei den Paralympischen Spielen starten, sondern auch bei Olympia. Für diesen Traum kämpft er jetzt sogar vor dem internationalen Sportgerichtshof CAS. Im RTL-Interview erklärt Rehm: "Ich bin stolz, ein paralympischer Sportler zu sein." Warum er dennoch klagt, um bei den Olympischen Spielen dabei zu sein, zeigen wir im Video.

Hat Rehm durch die Prothese einen Vorteil?

Der Deutsche Olympische Sportbund hatte Rehm bereits dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) als Mitglied der deutschen Olympia-­Mannschaft gemeldet, wie Präsident Friedhelm Julius Beucher vom Deutschen Behindertensportverband (DBS) bestätigte.

Das IOC reichte den Fall weiter an den Leichtathletik-Weltverband, doch World Athletics erklärte Rehm für nicht startberechtigt und berief sich dabei auf Regel 6.3.4, laut der die Prothese ein mechanisches Hilfsmittel ist. Der Sportler muss nachweisen, ob ein Vor- oder Nachteil durch die Prothese besteht.

"Der CAS hat aber seinerseits entschieden, dass nicht der Athlet nachweisen muss, ob es ein Vor- oder Nachteil ist, sondern der Sportverband. Darum drückt sich meiner Meinung nach World Athletics, um da eine klare Antwort zu geben", kritisierte Beucher. Er unterstützt Markus Rehm, doch ob es mit dem Traum von Olympia noch klappt, ist wenige Tage vor dem Start der Spiele am 23. Juli noch offen.

Die Ad-hoc-Division des CAS für die Olympischen Spiele in Tokio lehnte die Befassung mit dem Fall ab, da es um eine Angelegenheit vor den Spielen gehe, so Beucher. Jetzt müsse man abwarten, wie der internationale Sportgerichtshof CAS reagiere. (lhö/lgr/dpa)

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