Zehnter deutscher Olympiasieg

Kajak-Vierer zieht wieder Gold an Land

Tokio 2020 - Kanu
Tokio 2020 - Kanu
© dpa, Jan Woitas, nic

07. August 2021 - 8:11 Uhr

Auf den Vierer ist Verlass

Nach über zwei Jahrzehnten Weltklasse verabschiedet sich Deutschlands erfolgreichster Kanute Ronald Rauhe mit Gold im Kajak-Vierer. Das Flaggschiff ist wie in Rio 2016 nicht zu schlagen. Die Frauen hingegen schaffen es erstmal seit lander Zeit nicht aufs Treppechen – und im Canadier-Einer verpasst Brendel den historischen Hattrick.

Rauhe trägt deutsche Fahne bei Olympia-Schlussfeier

Zum Abschluss der olympischen Kanu-Wettbewerbe hat der deutsche Kajak-Vierer Gold gewonnen und für ein einigermaßen versöhnliches Olympia-Finale der sonst so erfolgsverwöhnten Rennkanuten gesorgt. Max Rendschmidt, Ronald Rauhe, Tom Liebscher und Max Lemke triumphierten am Samstag und gewannen die erst dritte Medaille im Kanu-Rennsport bei den Tokio-Spielen - sechs bis sieben Medaillen waren die Zielvorgabe gewesen.

"Das war ein krönender Abschluss. Die Jungs haben es mir einfach gemacht. Ich danke allen, die dahinter stehen und vor allem meiner Familie", sagte Rauhe unter Tränen. Wie der Deutsche Olympische Sportbund mitteilte, wird Rauhe bei der Schlussfeier der Sommerspiele in Tokio die deutsche Mannschaft mit der Flagge ins Olympiastadion führen. Der 39-Jährige sei in jeder Hinsicht ein würdiger Fahnenträger, sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann. "Die Fahne aus dem Stadion zu tragen, ist die Krönung meiner Karriere", sagte Deutschlands erfolgreichster Kanute Rauhe.

Frauen paddeln nur hinterher

Die Frauen schafften es erstmals seit langer Zeit nicht auf das Podest. In Rio hatte es noch vier Mal Gold und insgesamt sieben Podestplätze gegeben - es war die stärkste olympische Ausbeute seit Athen 2004. Die Slalom-Kanuten dagegen hatten in Tokio mit einmal Gold und dreimal Bronze ihre Zielstellung doppelt übertroffen.

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Rauhe krönt jahrelange Dominanz

Während der dreimalige Olympiasieger Sebastian Brendel am Samstag auf dem Sea Forest Waterway das Medaillen-Finale im Canadier-Einer nicht erreichte und sein potenzieller Nachfolger Conrad Scheibner die angestrebte Medaille als Sechster ebenfalls klar verpasste, war auf den Vierer einmal mehr Verlass.

Der deutsche Kajak-Vierer war auch mit dem Ersatzboot nicht zu schlagen. Gleich nach der Ziellinie feierte die bärenstarke Crew den Sieg über die Spanier mit knappem Vorsprung. Bronze ging an die Slowakei. Als es geschafft war, stieg der 39 Jahre alte Rauhe als Erster aus dem Boot und umarmte erst Schlagmann Rendschmidt und dann seine beiden anderen Teamkollegen innig. Für Deutschlands erfolgreichsten Kanuten war es nach über zwei Jahrzehnten Weltklasse der letzte Schlag am Paddel gewesen.

Der 16-fache Weltmeister Rauhe hat nach Bronze in Sydney 2000, Gold in Athen 2004, Silber 2008 in Peking im Kajak-Zweier und Bronze 2016 in Rio im Einer nun Gold im Vierer hinzugefügt. "Den richtigen Schlusspunkt setzen wir heute Abend. Er wird nicht mehr aus dem Weinen herauskommen. Manche sagen, er ist der Papa von dem Boot", sagte Bundestrainer Arndt Hanisch. (dpa/mli)