Grausame Tat in Northeim (Niedersachsen)

Straftäter (57) soll bei Freigang Frau (64) in einem Maisfeld getötet haben

Während seines Freigangs soll ein Straftäter die Frau getötet haben. Die 64-jährige Frau wurde am Samstag in einem Maisfeld in Northeim entdeckt.
Während seines Freigangs soll ein Straftäter die Frau getötet haben. Die 64-jährige Frau wurde am Samstag in einem Maisfeld in Northeim entdeckt.
© RTL

30. September 2021 - 17:35 Uhr

Northeim: Frau offenbar in einem Maisfeld getötet

Ein 57-jähriger Straftäter soll während seines Freigangs eine 64 Jahre alte Frau in einem Maisfeld im niedersächsischen Northeim getötet haben. Die Leiche sei am Samstag entdeckt worden, teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit. Verdächtigt wird ein 57-jähriger Insasse des Maßregelvollzugs Moringen. Wegen eines versuchten Totschlags unter ähnlichen Umständen wird der 57-Jährige seit den 80ern in einer psychiatrischen Klinik behandelt.

Verdächtiger sitzt wegen ähnlicher Tat in Psychoklinik

Wegen Fortschritten in der Therapie seien ihm Lockerungen, unter anderem Freigänge, gewährt worden. Zur Tatzeit hatte er Freigang, durfte also in Absprache mit dem Personal das Haus verlassen und musste wie vereinbart wieder zurückkommen. Und das tat er auch.

"Im Rahmen der Lockerungen soll er die Tat begangen haben", sagt die Staatsanwaltschaft Göttingen auf RTL-Anfrage. Bereits am Sonntag wurde der 57-Jährige in einen gesondert gesicherten Haftbereich verlegt und Lockerungen in seiner Unterbringung wurden zurückgenommen.

Was passierte im Maisfeld?

Was sich genau im Maisfeld abspielte, ist noch unklar. Ob die Frau den Täter kannte, warum ausgerechnet der 57-Jährige ins Visier der Ermittler geraten ist – zu all diesen Fragen will die Staatsanwaltschaft aus ermittlungstaktischen Gründen nichts sagen. Fest steht: Aufgrund der Verletzungen geht die Staatsanwaltschaft von einem Gewaltverbrechen aus.

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Gericht will Schuldfähigkeit feststellen

Der Verdächtige soll die Tat vermutlich in einem Zustand der verminderten Steuerungsfähigkeit begangen haben, so die Staatsanwaltschaft. Bereits 1987 hatte der Straftäter versucht, einen Menschen zu töten. Ein Gutachter stellte damals fest, dass der Mann die Tat im Zustand einer erheblich verminderten Steuerungsfähigkeit begangen hatte. Er wurde deshalb zu einer Freiheitsstraße verurteilt und in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht.

Nun muss das Amtsgericht entscheiden, ob erneut eine Unterbringung wie vor über 30 Jahren festgelegt wird. Dabei gehe es noch nicht um eine Verurteilung, betonte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Ein Gutachten soll zudem klären, ob auch im aktuellen Fall eine verminderte oder keine Schuldfähigkeit bestand.

Land Niedersachsen: "Ein tragischer Einzelfall"

Damit ein Mensch aus dem Maßregelvollzug überhaupt Freigang erhält, müssen mehrere Gutachter zustimmen. "Es gibt ein multi-professionelles Kompetenz-Team, was den Patienten begutachtet. Es wird ein professionelle Gutachten erstellt. Und ganz am Schluss wird auch das Einvernehmen der zuständigen Staatsanwaltschaft benötigt", erklärt Stefanie Geisler vom niedersächsischen Sozialministerium. "Das was jetzt am Wochenende passiert ist, ist ein Einzelfall – bedauerlich und erschreckend", sagt Geisler im RTL-Interview. (mor/ sju)