2019 M02 18 - 14:38 Uhr

Die wichtigsten Fragen zum Thema Resturlaub

Arbeitnehmer, die Resturlaub nehmen wollen, müssen sich in der Regel beeilen: Denn grundsätzlich muss der Urlaub bis zum Jahresende genommen werden. Aber es gibt Ausnahmen.

Kann ich Resturlaub mit ins nächste Jahr nehmen?

Nach dem Bundesurlaubsgesetz muss Urlaub bis zum Jahresende (31. Dezember) genommen werden. Wenn aus dringenden betrieblichen oder privaten Gründen kein Urlaub genommen werden kann, dürfen die Urlaubstage mit ins Folgejahr genommen werden. Das ist zum Beispiel bei Krankheit, Elternzeit oder Urlaubssperre der Fall.

Wann verfällt Resturlaub?

Mitgenommener Resturlaub muss spätestens bis zum 31. März des Folgejahres genommen werden. Aber auch hier gibt es Ausnahmen. Im Krankheitsfall darf der Resturlaub noch bis zum Ende des Kalenderjahres genommen werden. Das gilt auch für Arbeitnehmer, die wegen einer sechsmonatigen Probezeit keinen Urlaub nehmen konnten. Bei Langzeiterkrankungen bleibt der Urlaub sogar bis zu 15 Monate nach Ablauf des Urlaubsjahres bestehen.

Daneben gibt es betriebliche Verordnungen oder Vereinbarungen in Tarifverträgen. Oft wird hier die gesetzliche Ausnahme zur Regel gemacht: Urlaub, der nicht im laufenden Jahr genommen wurde, kann dann auch ohne Grund bis zum 31. März genommen werden.

Europäischer Gerichtshof stärkt Rechte der Arbeitnehmer beim Thema Resturlaub

Der Europäische Gerichtshof hat in einer aktuellen Entscheidung die Rechte der Arbeitnehmer gestärkt. Bei der Frage, ob nicht genommener Urlaub automatisch verfällt, wenn der Arbeitnehmer ihn nicht beantrag hat, haben sich die Europa-Richter auf die Seite der Arbeitnehmer gestellt: Der Arbeitgeber müsse nachweisen, dass er seinen Angestellten angemessen aufgeklärt und in die Lage versetzt habe, den Urlaub zu nehmen. Nur dann könne der Anspruch auf Urlaub oder Ausgleichszahlungen erlöschen, falls der Urlaub nicht genommen wird.   

Der EuGH begründete sein Urteil auch damit, dass die Arbeitnehmer im Verhältnis zum Chef in der schwächeren Position seien. Deshalb könnten sie davon abgeschreckt sein, auf ihr Urlaubsrecht zu bestehen. 

Muss ich mir die Übertragung des Resturlaubs schriftlich geben lassen?

Die Übertragung des Urlaubs ist formlos gültig, sobald die entsprechenden Voraussetzungen dafür erfüllt sind. Sicherheitshalber sollte man trotzdem eine schriftliche Bestätigung vom Chef holen. Im Streitfall kann so der Anspruch nachgewiesen werden.