Angespannte Lage in Niedersachsen

Krankenhäuser befürchten Personalprobleme

Die Personallage ist angespannt. (Symbolbild)
Die Personallage ist angespannt. (Symbolbild)
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25. November 2021 - 12:41 Uhr

Personelle Situation ist kritisch

In der sich zuspitzenden Corona-Lage befürchten die Kliniken in Niedersachsen Personalprobleme. "Die personelle Situation in vielen Krankenhäusern ist bereits jetzt angespannt", teilte die Niedersächsische Krankenhausgesellschaft in Hannover mit. Wegen des Mangels an Pflegepersonal könnten Intensivkapazitäten vielfach nicht vollumfänglich betrieben werden.

Dazu kommen weitere Patienten aus anderen Bundesländern

Rettungswagen mit Corona-Patienten
Niedersachsen erwartet zehn Corona-Intensivpatienten aus Thüringen.
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Obwohl die Lage angespannt ist, werden wohl ab Donnerstag weitere Corona-Intensivpatienten nach Niedersachsen kommen. Grund dafür ist das Kleeblatt-System, welches in der ersten Corona-Welle 2020 eingeführt wurde: Um Überforderungen bei einzelnen Krankenhäusern zu vermeiden, sollen innerhalb eines Kleeblatts, dem meist noch Nachbarbundesländer angehören, unkompliziert Patienten-Verlegungen möglich sein. Ist das nicht mehr möglich, kommt es zu bundesweiten Verlegungen. Niedersachsen bildet gemeinsam mit Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern das Kleeblatt Nord.

Nun sollen die ersten zehn Patienten aus Thüringen in das Kleeblatt Nord verlegt werden. Stand jetzt kommen alle in die Kliniken nach Niedersachsen.

Die Folge: Erneute Verschiebung von Eingriffen

Keine Eingriffe im Krankenhaus
Viele wichtige Eingriffe müssen erneut verschoben werden.
© dpa, Britta Pedersen

Zu den Überstellungen von Corona-Patienten aus noch stärker belasteten Bundesländern, kommen außerdem die exponentiell ansteigenden Infektionszahlen. Die Folge: In absehbarer Zeit müssen die Krankenhäuser wohl wieder geplante Eingriffe verschieben, um weiteres Personal für die Covid-19-Versorgung freizumachen. "Erste Klinikträger beispielsweise in der Region Hannover berichten, dass dieser Schritt demnächst bevorsteht", heißt es von der Niedersächsische Krankenhausgesellschaft.

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Verband fordert Entlastung

Der Verband forderte daher nun, Bürokratie- und Dokumentationsanforderungen während der vierten Corona-Welle auf ein Mindestmaß zu reduzieren, um das Pflegepersonal zu entlasten. Dazu kommt, dass den Kliniken durch das Zurückfahren der Regelversorgung erneut wirtschaftlicher Schaden droht. Daher sei es nun notwendig, einen Rettungsschirm zu öffnen, um die fehlenden Einnahmen 2021 und wohl auch 2022 zu ersetzen. (dpa/mup)