3. Januar 2019 - 18:07 Uhr

Ziel ist es, die Überzüchtung von Hunden und Katzen zu stoppen

Seit dem 1. Januar dieses Jahres dürfen laut "CNN" in Zoogeschäften in Kalifornien nur noch gerettete oder aus Tierheimen stammende Tiere verkauft werden. Durch das Gesetz soll die Überzüchtung von Katzen und Hunden in den sogenannten "Kitten Factories" (Kätzchenfabriken) und "Puppy Mills" (Welpenfarmen) gestoppt werden. Statt eines möglichst gewinnbringenden Verkaufs soll das Tierwohl im Vordergrund stehen. Kalifornien ist in den USA bisher der erste Bundesstaat mit einem solchen Gesetz. Doch wie sieht es in Deutschland aus?

Adoptierstuben im Zoohandel

Einen ersten Schritt weg von gezüchteten Tieren hat der Tierhandel "Fressnapf" in diversen Filialen bereits gemacht. In Recklinghausen, München, Marburg und Mannheim gibt es sogenannte "Adoptierstuben", in denen Kleintiere wie Kaninchen, Meerschweinchen und Reptilien in Kooperation mit örtlichen Tierheimen zum Verkauf angeboten werden. Zu vermittelnde Katzen und Hunde werden aus Platzgründen nur auf Informationstafeln vorgestellt. Die Vermittlung sämtlicher Tiere läuft letztlich über das zugehörige Tierheim, das die zukünftigen Besitzer genauer überprüft als es in Zoohandlungen sonst oft üblich ist.​

Tierschützer warnen dennoch vor Kauf von Haustieren aus der Zoohandlung

Lea Schmitz vom Deutschen Tierschutzbund äußerte sich dem Verkauf von Haustieren - ob gezüchtet oder aus dem Tierheim - in Zoogeschäften RTL gegenüber kritisch: "Das Gesetz in Kalifornien ist zwar lobenswert, da nicht extra Tiere gezüchtet werden, trotzdem werden Tiere in Zoogeschäften oft voreilig verkauft. Anders als im Tierheim wird sich nicht ausreichend mit dem zukünftigen Besitzer auseinandergesetzt. Es ist wichtig, genau darauf zu gucken, wer das Tier bekommt."

Auch die Tierschützer von PETA raten eindringlich davon ab, ein Haustier aus einer Zoohandlung bei sich aufzunehmen - auch nicht aus Mitleid. PETA fordert ein Heimtierschutzgesetz, da es für den Handel mit Haustieren so gut wie keine gesetzlichen Bestimmungen gibt. Der illegale Handel mit Hunden und Katzen ist in Deutschland zwar verboten, doch ein Verstoß gilt nicht als Verbrechen, sondern lediglich als Ordnungswidrigkeit.