Welche Rolle der Stress wirklich dabei spielt

Warum habe ich graue Haare und andere nicht?

Wer viel Stress hat, kann schneller graue Haare bekommen.
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27. Januar 2020 - 15:26 Uhr

Graues Haar bei viel Stress

Graues Haar über Nacht? Das klingt nach einem Mythos. Aber tatsächlich ist etwas Wahres dran. Amerikanische Forscher haben in einer Studie nachgewiesen: Wer viel Stress hat, der kann innerhalb kurzer Zeit graue Haare bekommen. Warum ist das so und geht das graue Haar dann wieder weg? Wir haben mit einer Dermatologin gesprochen und die wichtigsten Informationen zusammengefasst.

Forscher machten den Test mit Mäusen

Kleine oder größere Krisen im Leben schlagen nicht nur aufs Gemüt, sondern auch auf die Haarfarbe. Forscher der Harvard-Universität haben es jetzt im Tierversuch nachgewiesen: Mäuse, die Stress ausgesetzt waren, bekamen graues Fell. Mäuse ohne Stress behielten ihre Farbe. Der Farbstoff für Haare wird in speziellen Zellen – in den sogenannten Haarfollikeln – gebildet. Je älter Menschen werden, desto weniger wird davon produziert.

Auch jüngere Menschen ergrauen frühzeitig

Die Forscher haben außerdem herausgefunden: Bei Stress werden die Farbstoffzellen vom Nervensystem abgeschaltet. Das kann auch bei jüngeren Menschen passieren. Die Haare werden grau - und dabei gibt es kein zurück. "Wenn man sich weniger Stress aussetzt, dann kann man den Prozess etwas aufhalten. Aber im Prinzip, wenn man die ersten grauen Haare bemerkt, dann wird das wahrscheinlich voranschreiten.", sagt Dermatologin Dr. Catharina Shab.

Männer werden statistisch gesehen schneller grau. Das liegt in den Genen, dafür stehen sie zu ihren grauen Haaren. Färben ist eher Frauensache. Wie die ehemalige RTL-Moderatorin Birgit Schrowange trotz anfänglicher Unsicherheit ganz selbstbewusst mit den eigenen grauen Haaren umgeht, sehen Sie hier. 

Genetik spielt ebenfalls eine große Rolle

Nicht jeder Mensch mit Stress bekommt auch tatsächlich graue Haare. Dennoch sollte man es nicht unterschätzen. Es spielen auch andere Faktoren beim Grauwerden eine Rolle. "Genetik spielt eine sehr große Rolle. Wenn der Vater grau ist, ist das Potenzial da, dass der Sohn auch grau werden kann.", so Dr. Shab. Die Studie der Harvard-Universität war also die Bestätigung dafür, was wir schon lange geahnt haben.

Doch kann man das Grau in den Haaren dann wieder rückgängig machen? Zumindest kann man den Prozess verlangsamen, indem man nicht nur den Stress reduziert. "Man kann auf den Ernährungs- und Vitaminhaushalt achten und darauf, dass man nicht raucht."