Und werden sich NICHT mit den Jahren ähnlicher

Neue Studie: Menschen suchen sich Partner, die ihnen ähnlich sehen

'Doctor Strange' Launch Event, Westminster Abbey, London, UK
© Lexi Jones/WENN.com, JSN

15. Oktober 2020 - 9:07 Uhr

Was war zuerst: das Huhn oder das Ei?

Die Frage ist: Suchen wir uns Partner aus, weil sie uns ähneln – oder ähneln wir unseren Partnern, weil wir mit ihnen zusammen sind? Wissenschaftler nahmen lange an, dass sich Partner mit den Jahren optisch ähnlicher werden. Jetzt fanden Forscher der Standford Universität allerdings heraus, dass sich Menschen Partner aussuchen, die ihnen bereits zu Beginn der Beziehung optisch ähneln. Wir erklären, wie sie das herausgefunden haben.

These 1: Paare ähneln sich mit den Jahren

Die Doktorandin Pin Pin Tea-makorn erklärt ihr Projekt im Fachmagazin "Nature": "Unser Grundgedanke war, zu schauen, welche Teile von Gesichtern sich mit den Jahren angleichen." Dafür hat sie mit ihrem Team Fotos von insgesamt 517 Paaren gesucht – und zwar aus der Zeit, als sie geheiratet haben und nach 20 bis 69 Jahren Ehe.

Diese Bilder wurden dann Freiwilligen vorgelegt: Das Bild von einer Person des Paares und das Bild der anderen Person, vermischt mit fünf Fotos von Fremden. Die freiwilligen Testpersonen sollten dann entscheiden, welche der insgesamt sechs Personen optisch die meisten Ähnlichkeiten zu der Ausgangsperson hat. Die These dahinter ist, dass sich Paare mit den Jahren ähnlich werden, durch vergleichbare Lebensbedingungen und -entscheidungen.

Der aktuelle Test und die Auswertung der bereits vorhandenen Forschungsergebnisse zeigen allerdings keine Beweise dafür. 

These 2: Wir suchen uns Partner aus, die uns ähneln

Die erste These konnte Pin Pin Tea-makorn nicht bestätigen. Die Wissenschaftler fanden allerdings heraus, dass sich Paare bereits bei ihrem Kennenlernen ähnelten. Menschen suchen sich also mehr oder weniger bewusst Partner, die ihnen auch optisch ähneln – wie wir auch nach anderen Gemeinsamkeiten, etwa den gleichen Hobbies und Interessen, suchen.

Das Forscher-Team ist überrascht von dieser Erkenntnis, weil sie der weit verbreiteten ersten These widerspricht. Das sei aber häufig der Fall bei aktuellen Studien, erklärt die Wissenschaftler. Diese Ergebnisse würden nur nicht mehr so häufig publiziert und diskutiert, da sie nicht mehr so aufregend seien, wie die ursprüngliche Erkenntnis.