Babyglück dank neuartigem Fruchtbarkeitstracker

Atemtest sei Dank: 31-Jährige bringt Wunschbaby zur Welt

Ein CO2-Atemtest zur Bestimmung der Fruchtbarkeit hat einer 31-jährigen Wienerin zum Wunschbaby verholfen.
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06. März 2020 - 14:27 Uhr

Viele Paare leiden unter ungewollter Kinderlosigkeit

Jedes dritte Paar mit Kinderwunsch wartet länger als ein Jahr auf die ersehnte Schwangerschaft. So auch eine 31-jährige Wienerin, deren Kinderwunsch sich Ende 2019 dank eines neuartigen CO2-Atemtests zur Bestimmung der fruchtbaren Tage endlich erfüllte.

Neuartiger Fruchtbarkeitstracker verhilft 31-Jähriger zum Wunschbaby

"Wir haben zweieinhalb Jahre wirklich versucht, schwanger zu werden, es hat einfach nicht geklappt", berichtet Gabriela F. (Name geändert) gegenüber der österreichischen Tageszeitung "Heute". Wie so viele andere Paare auch hatten weder Gabriela noch ihr Mann gesundheitliche Probleme, dennoch wurde die heute 31-Jährige lange Zeit nicht schwanger. Ausprobiert haben sie und ihr Mann so gut wie alle gängigen Methoden: Angefangen bei der täglichen Messung der Temperatur über Ovulationstests bis hin zu diversen Apps testeten sie alles aus – ohne Erfolg.

Bis Gabriela von einem neuartigen Fruchtbarkeitstracker eines Grazer Start-ups erfährt, mit dem sich die fruchtbaren Tage durch einen nur einminütigen Atemtest bestimmen lassen. "Ich habe bei einer Studie mitgemacht, als das Gerät noch in der Testphase war", erzählt Gabriela. Nach nur drei Monaten war Gabriela schwanger. Ihr kleiner Sohn Felix kam im November 2019 auf die Welt. "Ich war total überrascht, wie schnell es ging. Wenn die Familie weiter wachsen soll, werde ich wieder auf das Gerät setzen", freut sich Gabriela.

Wie funktioniert das Analysegerät zur Bestimmung der fruchtbaren Tage?

Für die Messung und damit die Bestimmung der fruchtbaren Tage mittels des Zyklustrackers müssen Sie 60 Sekunden in das Mundstück des Messgeräts hinein atmen. In dieser Zeit misst das Analysegerät "Breathe Ilo" den CO2-Gehalt der Atemluft. Hintergrund ist, dass bestimmte Hormone während des Menstruationszyklus in unterschiedlich starkem Maße produziert werden: So sorgt Östrogen für den Aufbau von Gebärmutter-Schleimhaut, Progesteron hilft dem Uterus sich auf die Schwangerschaft vorzubereiten und LH-Hormone fördern den Eisprung und die Gelbkörperbildung. Und eben diese Hormone beeinflussen den CO2-Gehalt der Atemluft.

Die Daten der Messung werden dann in die App auf dem Smartphone übertragen. Dort kann dann , anschließend abgelesen werden, ob es sich um einen fruchtbaren Tag handelt oder nicht. Durch die tägliche Messung wird die Genauigkeit der Tracking-Methode von Tag zu Tag besser und funktioniert auch bei Frauen mit unregelmäßigem Zyklus. Günstig ist der Fruchtbarkeitstracker allerdings nicht - er kostet rund 250 Euro.

Neu ist die Bestimmung der fruchtbaren Tage über den CO2-Gehalt der Atemluft übrigens nicht: Bereits seit den 1940er-Jahren ist die Methode bekannt, doch es dauerte bis heute, bis ein auf dieser Technik basierendes und für den Selbstgebrauch geeignetes Gerät entwickelt war. Das Unternehmen Carbomed hält in Europa und den USA das Patent auf den Einsatz von Atemluftanalyse zur Bestimmung der fruchtbaren Tage.

Mit diesen Methoden lassen sich ebenfalls die fruchtbaren Tage bestimmen

Daneben gibt es aber auch viele andere und überwiegend deutlich günstigere Möglichkeiten zur Bestimmung der Ovulation: Eisprung-Apps, Eisprung-Rechner oder die klassische Messung der Basaltemperatur: Auch mit Hilfe dieser Mittel und Methoden lässt sich die Frage "Wann sind meine fruchtbaren Tage?" beantworten.

Beeinflussen lässt sich die Fruchtbarkeit übrigens durch verschiedene Faktoren:

  • Alter: Ab dem 30. Lebensjahr sinkt die Fruchtbarkeit etwas, ab dem 35. Lebensjahr schon deutlich. Mit 45 Jahren ist eine Schwangerschaft eher unwahrscheinlich.
  • Stress: Auch Stress und schwere körperliche Arbeit können sich negativ auswirken.
  • Ernährung: Stark über- und untergewichtige Frauen können Fruchtbarkeitsprobleme entwickeln, da der Zyklus dadurch gestört sein kann.
  • Umwelteinflüsse: Industrieschadstoffe und Umweltgifte können die Fortpflanzung verhindern.
  • Alkohol und Nikotin: Auch der Konsum von Alkohol und Nikotin kann Zyklusstörungen hervorrufen und die Spermienproduktion vermindern.
  • Medikamente: Auch Arzneimittel können sich ebenfalls negativ auf den Hormonhaushalt auswirken.