Gaming-Vorstoß des Streaming-Riesen

Nicht mehr nur Serien und Filme: Bald soll es auch Videospiele bei Netflix geben

© REUTERS, Mike Blake, /FW1F/Saumyadeb Chakrabarty

21. Juli 2021 - 13:53 Uhr

Netflix unter Druck

Nicht nur Serien-Bingen, sondern bald auch zocken? Netflix will künftig auch Videospiele für seine Nutzer anbieten.

Spiele sollen nichts extra kosten

Die Konkurrenz wächst nicht nur auf dem Streaming-Markt, sondern auch in anderen Unterhaltungsformaten wie Social Media und Youtube. Dem Streaming-Riesen Netflix mangelt es zudem an neuen Kunden – im zweiten Quartal konnte Netflix so wenig neue Nutzer gewinnen, wie noch nie zuvor in einem Vierteljahr. Der Streaming-Anbieter steuert daher neue Märkte an und will Videospiele ins Angebot für Nutzer aufnehmen.

Gaming-Experte Mike Verdu soll das Projekt voranbringen. Er wurde als "Vice President" für Spieleentwicklung eingestellt. Zusatzkosten soll es für Abonnenten nicht geben. Die Spiele sollen dem Unternehmen zufolge ohne zusätzlichen Aufpreis verfügbar gemacht werden. Wann die Spiele verfügbar sein werden und welche Spiele im Abonnement angeboten werden sollen, ist nicht bekannt. "Wir befinden uns in der Anfangsphase", erklärte Netflix.

Netflix-Chef überzeugt: Die Leute werden weiter streamen

Trotz wachsender Konkurrenz glaubt Netflix-Chef Reed Hastings nicht, dass die Menschen nach der Pandemie die Lust am Streaming verlieren könnten. "Die Wachstumsstory bleibt intakt, zumindest für die nächsten Jahre", sagte er bei einem Video-Interview nach Vorlage des Quartalsberichts.

Angst vor erfolgreichen anderen Streaming-Konkurrenten wie Walt Disney, WarnerMedia mit dem Bezahlsender HBO oder Amazon scheint Hastings auch nicht zu haben. "Wir sehen keinen großen Gegenwind durch neue Streaming-Wettbewerber," erklärt Hastings.

Dass der Neuzuwachs an Kunden in diesem Quartal nicht groß war, erklärt Netflix in einem Brief an die Aktionäre mit einer Pandemie-bedingten ungewöhnlichen Verzerrung der Zahlen. Denn im ersten Halbjahr 2020 konnte das Unternehmen einen rasanten Zuwachs von über 25 Millionen neuen Nutzern verbuchen. Grund dafür war jedoch vor allem der erste Lockdown, indem die Menschen ihre Abende ausschließlich zuhause verbrachten und neue Netlifx-Abonnements abschlossen.

Einen solch rasanten Zuwachs kann das Unternehmen in diesem Quartal nicht verzeichnen. Dafür lief das Quartal aus finanzieller Sicht weit besser als vor einem Jahr. Der Nettogewinn stieg um fast 90 Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar und die Erlöse wuchsen um 19 Prozent auf 7,3 Milliarden Dollar.

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