Politikerin sagt, Monatsmiete könne 3600 Euro betragen

Nach Mietwucher-Vorwurf bei Flüchtlingen - Betreiber des Hamburger Mundsburg Towers wehrt sich!

Ukrainische Flüchtlinge leben teilweise im bekannten Hamburger Mundsburg-Tower (Symbolbild)
Ukrainische Flüchtlinge leben im bekannten Hamburger Mundsburg-Tower. (Symbolbild)
chc wst, dpa, Christian Charisius

von Kai Michèl Bülter

Der Aufschrei von Carola Ensslen, Bürgerschaftsabgeordnete der Hamburger Linken, ist groß. Sie spricht von „Mietwucher“ im Hamburger Mundsburg Tower – denn dort zahlt die Stadt 30 Euro warm pro Person und Tag – das könne je nach Wohnung und Belegung eine Monatsmiete von 3600 Euro machen. Doch es handelt sich nicht um eine normale Vermietung, sondern viel mehr um ein „Full-Service-Paket“, wie der Betreiber gegenüber RTL Nord äußert.

Politikerin mit schwerwiegendem Vorwurf

Die Firma verdiene sich „eine goldene Nase auf dem Rücken von Geflüchteten. Das ist sittenwidrig“, so der scharfe Vorwurf von Ensslen. Allerdings: Es handelt sich bei der Unterbringung der Flüchtlinge im Mundsburg Tower um eine Art „Rundum“-Betreuung, bei der die Leistungen des Betreibers über eine normale Miete hinaus gehen.

"Full-Service-Paket" anstatt normaler Vermietung?

Der Betreiber äußert sich gegenüber RTL Nord in einer schriftlichen Stellungnahme zu den Vorwürfen. Es handele sich nicht um eine „klassische Wohnraumvermietung“, sondern um ein „umfassendes Betreiberkonzept mit zahlreichen Leistungen“. Nach Ablauf dieser Betreiberschaft, die zeitlich begrenzt sei, würde die Stadt die Wohnungen für 600 Euro und nicht für 3600 Euro anmieten. Der Betreiber „Home United Spaces“ kümmere sich laut eigener Aussage auch um die Beschäftigung mehrerer Vollzeitkräfte, um die Betreuung der Geflüchteten – auch in ukrainischer Sprache – zu gewährleisten. Hinzu kämen Hausmeister- und technische Dienstleistungen oder auch ein eigener Sicherheitsdienst und Reinigungskräfte. Dazu habe man hohe Investitionen, die in den Um- und Ausbau der Infrastruktur fließen würden.

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Bis zu 300 Plätze für Geflüchtete

Nach Angaben des Hamburger Senats stehen im Mundsburg Tower 60 Wohnungen für bis zu 300 Geflüchtete zur Verfügung – die Kapazität solle nach und nach auf 450 Plätze erhöht werden. Ende Juni seien bereits 154 Menschen eingezogen. Die Einzimmerwohnungen sind rund 30 Quadratmeter groß, Zweizimmerwohnungen etwa 65 Quadratmeter.

Betreiber spricht von "extrem falschem Licht"

Ein Sprecher der „Home United Spaces“ erklärt gegenüber RTL Nord, dass das eigene Engagement im Rahmen der Unterbringung von Geflüchteten in ein „extrem falsches Licht“ gerückt worden sei. Es handele sich nicht um eine klassische Wohnraumvermietung, wie „Frau Dr. Ensslen es aus Unwissenheit oder grob fahrlässig darstellt“. Bei einer derartigen Gemengelage kann wohl nur die Stadt endlich für Klarheit und Ruhe sorgen.