17. September 2018 - 11:40 Uhr

Wohlfühlbehandlung im thailändischen Fisch-Spa

Eigentlich wollte Victoria Curthoys ihren Füßen etwas Gutes tun. Im Thailand-Urlaub gönnte die Australierin sich eine Fisch-Pediküre. Inzwischen mussten alle Zehen ihres rechten Fußes amputiert werden. Sind die Knabberfische daran schuld?

Halber Zeh war bereits amputiert

Ihr Besuch im thailändischen Spa liegt schon eine Weile zurück. 2010 ließ die Australierin die Beauty-Behandlung durchführen, bei der kleine Fische, die sogenannten Saugbarben, totes Gewebe von den Füßen knabbern und sie so weich und geschmeidig machen sollen. Schon damals war bereits ein Teil von Victorias großem Zeh amputiert – sie war als Jugendliche in eine Scherbe getreten und hatte eine Knocheninfektion erlitten. Als sie nach dem Urlaub in Thailand lange an Übelkeit und Fieber litt, waren die Ärzte erst einmal ratlos. Ein Podologe ordnete schließlich Bluttests an, die laut "Daily Mail" eine erneute Knocheninfektion bestätigten. Heute ist die 29-Jährige sich sicher: Die Fisch-Pediküre hat ihr die Infektion eingebrockt.

Sind knochenfressende Bakterien schuld?

Der Rest des großen Zehs faulte ab, nachdem – angeblich durch das Fisch-Spa – knochenfressende Bakterien vom Typ Shewanella putrefaciens in die eigentlich längst verheilte OP-Wunde eindrangen. Der Zeh wurde komplett amputiert. Doch die Infektion kam wieder! Da Victoria die kleinen Zehen beim Laufen stärker belastete, bildeten sich Geschwüre, die den Bakterien auch in ihren übrigen Zehen leichtes Spiel machten. In den folgenden Jahren wurden sie schließlich alle entfernt. Nun möchte die junge Frau aus Perth auf ihre Geschichte aufmerksam machen.

Darum sind Fisch-Pediküren umstritten

Fisch-Pediküren stehen schon seit längerem in der Kritik. In einem Wasserqualitätstest auf Mallorca fanden wir heraus, dass die warmen Becken im Fisch-Spa in der Regel ein Paradies für alle möglichen Bakterien sind. Fast alle Salons, die die Behandlung anboten, fielen bei der Wasserprobe durch.

Wenn man dann nur einen kleinen Kratzer am Fuß hat, können gefährliche Keime und Krankheitserreger wie HIV oder Hepatitis in die Wunde gelangen. Auch den Tieren tut man mit der Spa-Behandlung nichts Gutes. Sie werden nicht gefüttert, damit sie fleißig knabbern, doch eigentlich steht menschliche Hornhaut nicht auf ihrem Speiseplan. In einigen Salons werden die Fische auch nach jeder Behandlung getötet, um die Übertragung von Krankheiten zu vermeiden. Das ist zwar besser für die Kunden, aber natürlich nicht für die Tiere. Daher sollten Sie auf die Fisch-Pediküre lieber verzichten!