Mythos Schwiegermonster

Warum haben Frauen so oft Streit mit SEINER Mutter?

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10. Juli 2019 - 6:26 Uhr

von Lauren Ramoser

Schwiegermütter, die der Frau ihres Sohnes das Leben zur Hölle machen. Gestresste Frauen, denen der Besuch der pingeligen Schweigermutter graust und das generelle Gefühl: DU bist nicht gut genug für meinen Sohn. Alles nur ein Mythos? Die systemische Familienberaterin Ruth Marquardt erklärt, wie man ein schwieriges Verhältnis verbessert.

Schwiegermonster oder alles Einbildung?

Die Situation ist nicht einfach: Frau und Schwiegermutter treten häufig in eine Konkurrenzsituation, wer die wichtigste Frau im Leben des Mannes ist. "Die Schwiegermutter hat den Mann großgezogen, ist da dicht dran. Die weiß, wie der tickt. Manchmal ist es auch für eine Schwiegermutter nicht leicht, die Frau an der Seite des Schwiegersohnes zu akzeptieren", gibt Ruth Marquardt zu bedenken.

Wie so oft, gilt auch hier: Der Ton macht die Musik. Um das Verhältnis zwischen Sohn und Mutter also nicht dauerhaft zu belasten, sollte in einem klärenden Gespräch zwischen den beiden auf die richtige Wortwahl geachtet werden. Marquardt schlägt vor: "Pass auf Mutter, ich liebe dich total, aber das ist meine Frau an meiner Seite und ich wünsche mir, dass du sie akzeptierst."

Gespräche müssen konstruktiv sein

Eine klare Linie sei zwar wichtig, doch könnte ein frontales Gespräch zwischen Frau und Schwiegermutter die Fronten weiter verhärten. "Ist da jemand, der kritikfähig ist? Und bin ich in der Lage meine Kritik wertschätzend und respektvoll auszudrücken?", sind zwei Fragen, die man laut Ruth Marquardt klar mit ja beantworten muss, bevor man in eine Konfrontation geht. Ansonsten besteht wenig Hoffnung auf Besserung.

Hier kommt der Partner ins Spiel, schließlich ist der das zentrale Bindeglied und muss daher Stellung beziehen. Frauen können ihren Partner also bitten, sich schlichtend einzumischen. "Wichtig ist eine klare Haltung des Mannes und das muss nicht laut oder bösartig vorgetragen werden: Du Mutter, an diesen Stellen misch dich bitte nicht ein, das ist ja unsere Sache und an anderen Stellen bin ich dir aber total dankbar, dass du da bist", empfiehlt Marquardt.

Und wenn nichts mehr zu retten ist?

Nach einer Trennung vom Partner ist der Kontakt zu den Schwiegereltern häufig nicht mehr zu retten. In vielen Fällen macht das nichts. Sind allerdings Kinder im Spiel, muss Frau sich auf dauerhaften Kontakt mit den Ex-Schwiegereltern einstellen – und sollte das zum Wohl des Kindes auch tun.

Wichtigste Regel: "Nicht schlecht reden über andere Beziehungspartner im Geflecht", sagt Marquardt. "Das ist ja oft in Trennungssituationen so, dass nicht mehr gewollt wird, dass das Kind irgendwohin geht. Das ist eine riesen Belastung für die Kinder."

Lieber vorsichtig formulieren, rät die Expertin: "Ich möchte vielleicht nicht so gerne mit zur Omi, aber geh du gerne mit dem Papa." Das entlastet das Kind und zeigt, dass man sich als Mutter zurücknehmen kann, wenn man sieht, dass das Kind eine gute Zeit bei seiner Oma hat.

Aber auch sonst haben die Großeltern eine eigene Vorstellung davon, wie sie ihre Enkelkinder miterziehen. Wie Eltern ihre Erziehungsregeln auch gegenüber den Großeltern durchsetzen, erfahren Sie hier.