"Es tut uns leid, die Aktion war so nicht geplant"

Greenpeace-Aktivist landet mit Gleitschirm bei Deutschlands EM-Auftakt im Stadion

16. Juni 2021 - 17:56 Uhr

Greenpeace entschuldigt sich

"Die Aktion war so nicht geplant": Kurz nach der Landung eines Greenpeace-Gleitschirms auf dem Mittelfeld bei Deutschlands EM-Auftakt in München erklärt die Umweltorganisation gegenüber RTL die Aktion. Der Gleitschirm-Aktivist sollte eigentlich einen leichten gelben Ball über dem Stadion schweben lassen, der sanft auf dem Rasen landen sollte. Doch dann hätte es Probleme gegeben – und der Mann selbst landete am Boden, so Pressesprecher Gregor Kessler. Die Aktion verwirrte zunächst nicht nur die Nationalspieler vor Ort, sondern sorgte auch für Aufruhr im Netz. Auf Twitter ließen die Reaktionen auf die Aktion nicht lange auf sich warten. Greenpeace wollte auf diese Weise für mehr Tempo beim Ausstieg aus Verbrennungsmotoren beim EM-Sponsor Volkswagen demonstrieren. Im Video sehen Sie, was Bayerns Innenminister einen Tag nach der Aktion sagt.

"Kick out Oil – Greenpeace" (zu Deutsch: Schmeißt Öl raus) prangert auf dem knallgelben Fallschirm, an dem der Aktivist in die Allianz Arena glitt. Den gleichen Slogan trägt der Ball, der durch das Stadiondach zum Mittelkreis schwebt. "Für Millionen Menschen ist Fußball nicht nur zur EM enorm wichtig, aber auf einem immer heißeren Planeten wird er immer weniger gespielt werden können", schreibt Greenpeace in einer Mitteilung nach der Landung. "Wenn VW noch wie geplant bis mindestens 2040 Millionen klimaschädliche Diesel und Benziner verkauft, befeuert der Konzern die Klimakrise damit rücksichtslos weiter."

Die Nationalspieler Antonio Rüdiger und Mats Hummels, die in unmittelbarer Nähe Aufstellung genommen hatten, eilten zunächst zu dem Mann, der dann von zwei Sicherheitsleuten aus dem Stadioninnenraum geführt wurde. Der Anpfiff verzögerte sich deshalb nicht. Nach Informationen der ARD-Sportschau beschädigte der Aktivist bei seiner Landung technische Ausrüstung, er verletzte zudem eine Beleuchterin, die von Sanitätern versorgt werden musste.

DFB: "Nicht hinnehmbar"

"Wir haben nach dem jetzigen Stand zwei verletzte Männer, die zur weiteren medizinischen Versorgung ins Krankenhaus gebracht worden sind", sagte ein Sprecher der Polizei München. Über die Schwere der Verletzungen gibt es zunächst keine Informationen.

Die Europäische Fußball-Union UEFA sprach von einer "rücksichtslosen und gefährlichen Aktion", die schwerwiegende Folgen für viele Menschen hätte haben können. Auch der Deutsche Fußball-Bund verurteilte den Protest. Derjenige hat nicht nur sich, sondern auch andere gefährdet und verletzt. Das ist aus unserer Sicht nicht hinnehmbar", sagte Verbandssprecher Jens Grittner bei der Pressekonferenz nach dem 0:1 zum Turnierstart gegen Frankreich. "Der Vorgang wird jetzt auch geprüft, bei der Polizei, bei den Behörden hier in München und der UEFA."

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Beleuchterin musste offenbar von Sanitätern versorgt werden

Twitter reagiert prompt

"Richtige Botschaft von Greenpeace, aber keine ungefährliche Aktion, wenn dabei Menschen zu Schaden kommen (können)", macht ein Nutzer unmittelbar nach dem Spektakel deutlich. Ein anderer macht sich eher einen Spaß aus dem Überraschungsmoment und schreibt: "Man hätte ihm wenigstens den Matchball ins Stadion fliegen lassen können!" (lkr)