So lockt Bürgermeister Roberto Gualtieri seine Mitarbeiter

Fürs Nicht-Blaumachen gibt es mehr Geld bei der Müllabfuhr in Rom!

Müllabfuhr
Müllabfuhr
© dpa, Julian Stratenschulte, jst pzi jol

22. November 2021 - 12:17 Uhr

Es winkt eine Prämie von bis zu 360 Euro

Roms neuer Bürgermeister Roberto Gualtieri will die Metropole "bis Weihnachten" vom Dreck befreien. Er hat allerdings ein großes Problem: Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Müllabfuhr kommen nicht regelmäßig zur Arbeit. Deshalb will er einen Bonus auszahlen: Wer sich nicht krankmeldet oder blaumacht, erhält bis zu 360 Euro extra.

21.10.2021, Italien, Rom: Roms neuer Bürgermeister Roberto Gualtieri lächelt, während der Amtsübergabe durch seine Amtsvorgängerin Raggi. Foto: Cecilia Fabiano/LaPresse via ZUMA Press/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Roms neuer Bürgermeister Roberto Gualtieri.
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Müllabfuhr in Rom unterbesetzt

Grund für diesen neuen Bonus-Plan ist, dass die Drei-Millionen-Metropole nicht nur keine Müllverbrennungsanlage hat, sondern auch zu wenige Mitarbeiter bei der Müllabfuhr. Genauer gesagt sind knapp 4000 Menschen dort angestellt, davon ist ein Drittel nur "teilweise arbeitsfähig" und 110 Mitarbeitende sind gar nicht einsetzbar. Von den Arbeitsfähigen wiederum gibt es regelmäßig Krankmeldungen.

Insgesamt drei Millionen Euro für Sonderprämie vorgesehen

Die neue Sonderprämie soll "Anreize zur Erhöhung der Präsenz am Arbeitsplatz" schaffen, so Roberto Gualtieri. Dafür hat der neue Bürgermeister drei Millionen Euro vorgesehen.

Wer vom 22. November bis zum 9. Januar immer zur Arbeit kommt, erhält die Höchstprämie von 360 Euro. Wer es schafft nur drei Tage nicht zur Arbeit zu erscheinen, erhält immerhin noch 260 Euro. Bei fünf Mal blaumachen es noch 200 Euro. Die Prämie erhalten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit dem Februarlohn ausgezahlt.

Wenn Roberto Gualtieri es schafft sein Sauberkeitsversprechen dank der Prämie zu halten, dann könnten solche Bonus-Zahlungen zum festen Lohnbestandteil werden. Laut eines Sprechers der Gewerkschaft wäre das eine "Revolution der Arbeitsbedingungen". (mmü)