Mit frischem Tattoo im Meer gebadet: Mann (31) stirbt nach Sepsis

2. Juni 2017 - 13:34 Uhr

Wie kam es zur Blutvergiftung?

Weil er mit einer frischen Tätowierung im Meer baden war, ist er jetzt tot: Ein 31 Jahre alter Mann aus Mexiko hat sich im Wasser mit dem Bakterium Vibrio vulnificus angesteckt und sich so eine tödliche Blutvergiftung zugezogen. Weil seine Haut nach der Tätowierung für Keime durchlässig war, kam es zur Infektion. In der Regel warnen Ärzte und Tätowierer davor, in den ersten drei Wochen nach einer Tätowierung zu baden und zu sonnen.

Er bekam Schüttelfrost und einen Ausschlag

Sein Immunsystem war geschwächt, er war Alkoholiker mit einer angegriffenen Leber: Keine guten Voraussetzungen für die Bekämpfung einer Krankheit, vor allem einer Sepsis. Der Mexikaner handelte leichtinnig, als er mit seinem frischen Tattoo baden ging und sich dabei eine Blutvergiftung zuzog. Bereits einen Tag nach Ansteckung bekam er Schüttelfrost, Fieber und einen Ausschlag rund um die Tätowierung. Kein Wunder, denn eine frische Tätowierung ist so etwas wie eine Wunde: Die Haut ist quasi offen für Keime. Das Bakterium Vibrio vulnificus kommt vor allem in Küstenregionen vor und ist sogar mit dem Auslöser der Krankheit Cholera verwandt. Daher gilt es also auch als hoch aggressiv.

Als er in die Klinik kam, war es bereits zu spät - laut 'The Sun' war sein Fuß da schon lila angelaufen. Im Krankenhaus wurde das Problem schnell erkannt, da das Bakterium aber in dem Fall die besten Chancen hatte, den Körper zu zerstören, fiel der 31-Jährige ins Koma. Nach und nach setzen seine Organe aus, zeitweise wurde der Mann an eine Herz-Lungen-Maschine angeschlossen. Er bekam erneut einen septischen Schock und starb zwei Monate nach dem Besuch vom Tätowierer.

Was ist eine Sepsis und wie erkenne ich sie?

Bei der Sepsis handelt es sich um eine außer Kontrolle geratene Infektion, die im Verlauf den gesamten Körper betreffen kann. Giftstoffe und Keime verbreiten sich über das Blut im gesamten Organismus. Da es sich um einen medizinischen Notfall handelt, spielt die Zeit eine entscheidende Rolle. Erfolgt die Diagnosestellung und Behandlung innerhalb der ersten Stunde der Infektion, liegt die Überlebensrate bei über 80 Prozent - nach sechs Stunden nur noch bei 30 Prozent. Vor allem in Industrieländern steigt wegen mangelhafter Hygiene das Auftreten der Sepsis dramatisch an.

Besonders gefährdet sind Menschen mit geschwächtem Immunsystem - etwa durch Krankheiten, Medikamente oder hohes Alter. Aber auch Junge und Gesunde können eine Sepsis bekommen.

Die Symptome der Sepsis sind sehr allgemein und ähneln einer banalen Erkältung - das macht sie so heimtückisch. Liegt eine Infektion und obendrein folgende Symptome vor, sollten Sie schnellstmöglich zum Arzt gehen:

- Fieber (mindestens 38 Grad) oder Untertemperatur (höchstens 36 Grad)

- erhöhter Puls (Ansteigen der Herzfrequenz auf 90 Schläge pro Minute)

- erhöhte Atemfrequenz (Mindestens 20 Atemzüge pro Minute)

Es ist wichtig, dass Sie den Arzt konkret fragen: "Kann das eine Sepsis sein?"