Fan-Wahnsinn in Frankreich

Attacke an der Eckfahne! Zuschauer trifft Spieler mit Flasche am Kopf

Dimitri Payet.
Dimitri Payet.
© REUTERS, BENOIT TESSIER, zc

22. November 2021 - 9:07 Uhr

Fan-Attacke auf Marseille-Spieler

Der Fan-Irrsinn in Frankreich geht in die nächste Runde. Das Spiel Olympique Lyon gegen Olympique Marseille musste nach nicht einmal drei Minuten unterbrochen worden. Als Marseille-Spieler Dimitri Payet zur Eckfahne trabte, traf ihn aus den Zuschauerrängen eine offenbar volle Plastikflasche am Kopf. Payet musste behandelt werden, die Partie wurde nach fast zwei Stunden Unterbrechung schließlich ganz abgebrochen.

"Unterstützung für unseren Kapitän"

Immer wieder Ärger in Frankreich

Nach dem Angriff musste der Kapitän von Olympique Marseille erst mal behandelt werden. Payet sei "psychisch verletzt", sagte Marseilles Präsident Pablo Longoria. "Was passiert, ist nicht normal. Wir haben jede Form von Gewalt immer verurteilt." Wie es dem Spieler aktuell geht, ist bislang noch nicht bekannt. Fest steht aber, dass die Attacke nicht spurlos an ihm vorbei geht. Laut LFP-Mitteilung wurde Payet auch "Ziel diskriminierender Beleidigungen".

Außerdem war Payet schon einmal Opfer eines Flaschenwurfs geworden. Im Spiel bei OGC Nizza wurde er am Rücken getroffen, danach warf er die Flasche Richtung Zuschauer zurück. Im Anschluss kam es zum Platzsturm durch Nizza-Anhänger und Rangeleien mit Spielern und Betreuern.

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Payet wird behandelt.
© dpa, Laurent Cipriani, LC sei

Der Präsident von Olympique Lyon, Jean-Michel Aulas, entschuldigte sich bei Marseille und Payet. Aulas sprach von einem "inakzeptablen Angriff" und wünschte dem Mittelfeldspieler eine schnelle Genesung. Er verwies zudem darauf, dass es sich um einen einzelnen Täter gehandelt habe, der gefunden und den Behörden übergeben worden sei. Aulas vertrat die Meinung, dass die Partie hätte fortgesetzt werden können. Die LFP sah die Schuld beim Gastgeber und den lokalen Behörden.

Nach mehr als einer Stunde und einer Durchsage, dass die Partie fortgesetzt werde, kamen die Spieler von Lyon zum Aufwärmen auf den Platz zurück. Bei den Marseille-Profis herrschte Medienberichten zufolge Unverständnis. Zu einem erneuten Anpfiff kam es dann auch nicht mehr. Der Stadionsprecher gab die Entscheidung von Schiedsrichter Ruddy Buquet via Stadionmikrofon bekannt, als die Mehrheit der Zuschauer bereits gegangen war. Nach Angaben beider Clubs revidierte der Schiedsrichter seine Entscheidung, Buquet sprach in einem Interview davon, dass er die Partie nie habe fortsetzen wollen, aber mehrere Faktoren habe berücksichtigen müssen.(msc/dpa)