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Achtung, Krötenwanderung!

Mit diesen Tipps können Sie Leben retten

Krötenwanderung in der Slowakei
Krötenwanderung in der Slowakei
© dpa, Ján Krošlák, kk frd nwi

08. April 2021 - 12:51 Uhr

Tierschützer: "Allein der Fahrtwind eines Autos reicht aus, um die kleinen Kröten zu töten"

Sie sind klein, flink und wahre Schädlingsbekämpfer im heimischen Garten. Doch zweimal im Jahr sind die kleinen Kröten auf unsere Hilfe angewiesen. Gerade jetzt im Frühjahr machen sie sich auf den Weg, um an nahegelegenen Gewässern zu laichen. Viele der Tiere müssen dabei Straßen überqueren. Jeder Hüpfer wird zur Lebensgefahr. "Allein der Fahrtwind eines Autos reicht aus, um die kleinen Kröten zu töten", erklärt Tierschützer Burkhard Zühlke.

Wir verraten Ihnen, wie Sie mit ein paar einfachen Handgriffen zum Lebensretter werden können.

Zäune am Straßenrand helfen

Hinweisschilder bei einem Waldstück in Peine rufen Autofahrer zur Achtsamkeit auf
Achtung Krötenwanderung
© RTL

Petra Klinner macht sich schon früh am Morgen ehrenamtlich auf den Weg zu einem Waldstück bei Peine. Hier gibt es eine beliebte Wanderroute der Kröten. Doch die führt direkt über eine befahrene Straße: Lebensgefahr für die kleinen Tiere. Deshalb haben Tierschützer schon vor ein paar Wochen kleine grüne Zäune am Straßenrand aufgebaut. Zusätzlich wurden am Rand des Zauns Eimer in die Erde gelassen. "Ich überprüfe die Eimer, nehme die Kröten raus und setze sie in meinen Eimer, dann wird kontrolliert, ob noch ein kleiner Molch im Eimer ist, die sieht man auf Anhieb nicht sofort. Dann kommt wieder Laub rein, damit sich die Kröten verkriechen können, falls die Sonne scheint und dann muss noch ein Stöckchen rein, falls mal eine Maus in den Eimer fällt, dass sie da nicht verenden, sondern wieder raus krabbeln können und dann gehen wir so Eimer für Eimer ab", erklärt die ehrenamtliche Tierschützerin Petra Klinner im RTL Nord-Interview.

„Wenn wir die Kröten nicht einsammeln würden, würden sie totgefahren“

Die eingesammelten Kröten tragen sie und ihr Teampartner in einem separaten Eimer zu ihrem Laichplatz. Das rettet vielen der Kröten das Leben, denn aufgrund ihrer Veranlagung nutzen die Tiere immer die selbe Strecke, um zu ihren Laichplätzen zu kommen. "Wenn wir die Kröten nicht einsammeln würden, würden sie im Prinzip totgefahren.", sagt Burkhard Zühlke, Mitglied Tierschutzverein Peine. Morgens und Abends rücken die Naturschützer aus, um die Tiere zu sammeln, zu zählen und sie dann an den Kiesteichen oder Tümpeln wieder frei zu lassen.

Mit vier Tipps werden auch Sie zum Lebensretter

Die Krötenwanderung beginnt frühestens Ende Februar und dauert bis in den Mai hinein. Je nach Wetter sammeln die Helfer circa sechs bis zehn Wochen und unterstützen in einem guten Jahr mehrere tausend Kröten dabei, zu ihren Laichplätzen zu kommen. Es zählt also jede helfende Hand. Mit diesen einfachen Tipps können auch Sie zum Tier-Lebensretter werden:

  • Langsam Autofahren und Mitmenschen sensibilisieren: Achten Sie beim Autofahren auf Hinweisschilder und fahren Sie besonders in den Abendstunden vorsichtig. Kröten sind ab Ende Februar vor allem nachts in der Nähe von feuchten Gebieten, Fließgewässern und Auen unterwegs.
  • Aufmerksamkeit beim Spaziergang: Kontrollieren Sie auf dem Arbeitsweg oder während eines Spaziergangs zum Beispiel Stellen, in die die Kröten auf ihrer Wanderung hineinfallen können. Aus Lichtschächten, Kanaldeckeln und Gullys kommen die Amphibien meist nicht mehr ohne Hilfe heraus und verenden darin.
  • Naturschutzprojekte und lokale Aktionen unterstützen: Fragen Sie dazu beim örtlichen Naturschutzbund nach. Sie können die Tierfreunde z.B. beim Bau der Krötenzäune und beim Kontrollieren der Fallen unterstützen.
  • Verletzen Tieren helfen: Wenn Sie eine verletzte oder angefahrene Kröte finden, versuchen Sie dem Tier zu helfen.

Mit diesen Tipps und dem Engagement vieler Helfer kommen auch die kleinen grauen Gartenhelfer sicher durch den Frühling.

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