Achtung: Verstoß kann teuer werden

Diese Dinge sollten Sie nie im Treppenhaus lassen

15. Oktober 2020 - 10:52 Uhr

Hausflur gehört nicht zur Wohnung

Der schwere Kinderwagen direkt am Hauseingang, das Schuhregal für die verdreckten Treter vor der Tür, nasse Schirme: In die Wohnung sollen sie nicht, aber dürfen diese Dinge überhaupt im Treppenhaus bleiben? Immerhin müssen da alle Mietparteien täglich durch und jeder Gegenstand, der dort abgestellt wird, verengt den bereits recht knappen Durchgang. Was im Hausflur eigentlich nichts zu suchen hat und wann es im schlimmsten Fall sogar richtig teuer werden kann, erklärt Mietrechts-Experte Rudolf Canali im Video.

Fluchtwege müssen frei bleiben

Grundsätzlich sollten sich alle Hausbewohner merken: Das Treppenhaus ist eine Gemeinschaftsfläche, die hauptsächlich dazu da ist, um von einer Wohnung zur anderen zu kommen, oder um das Haus zu verlassen. Dort sollte also nichts dauerhaft stehen oder liegen, was die Nachbarn stört.

Viel wichtiger ist allerdings die Sicherheit: So kann Gerümpel im Hausflur im Falle eines Brandes gefährlich werden. Die Bauordnung des jeweiligen Bundeslandes regelt, wie ein Treppenhaus beschaffen sein muss, damit die Feuerwehr jederzeit Zutritt hat. Auch dürfen Möbel oder Fahrräder den Fluchtweg der Bewohner nicht blockieren.

Schuhe, Kinderwagen, Müll: Wie ist die Rechtslage?

  • Stinkender Hausmüll sollte umgehend in der Mülltonne entsorgt und nicht für einen längeren Zeitraum im Hausflur abgestellt werden.
  • Ein Dauerbrenner in Mietshäusern sind Schuhe im Hausflur. Hier ist die Rechtslage eindeutig: Weg damit, denn jeder Schuh stellt eine Stolperfalle dar. Kommt es zu einem Unfall, kann der Mieter für die Folgekosten haften.
  • Auch Regenschirme sollte man nicht im Hausflur abstellen. Wasser und nasses Laub können dadurch in das Treppenhaus gelangen, die Rutschgefahr steigt. Der Mietrechts-Experte rät deshalb: Keine persönlichen Gegenstände im Treppenhaus abstellen.
  • Das gilt natürlich auch für Fahrräder. Sie müssen vor der Tür bleiben oder im Fahrradkeller abgestellt werden.
  • Ein Kinderwagen hingegen darf abgestellt werden, solange er keinen Rettungsweg versperrt. Hier sollte man im Idealfall den Vermieter oder Hausverwalter um Erlaubnis fragen.

Nicht jedes Verbot ist gültig

Ist man sich unsicher, was vor der Wohnungstür abgestellt darf, lohnt sich ein Blick in den Mietvertrag. Denn oft schreibt der Vermieter hier vor, was erlaubt ist - und was nicht. Weigert sich der Mieter trotz Aufforderung des Vermieters, seine Sachen aus dem Hausflur wegzuräumen, kann im schlimmsten Fall sogar eine Kündigung drohen.

Aber nicht jedes Verbot ist auch gültig. Sind Mieter auf bestimmte Gegenstände wie Kinderwagen oder Rollator angewiesen, dürfen sie diese in der Regel auch im Hausflur abstellen. Immer unter der Voraussetzung natürlich, dass man dadurch niemanden gefährdet, der Flur groß genug ist und ein anderer Abstellplatz nicht ebenso gut zu erreichen wäre - beispielsweise die eigene Wohnung per Fahrstuhl.