"Dieser Fahrer hat mein Kind in Lebensgefahr gebracht!"

Fahrer setzt behinderten Jungen aus: Christoph muss 15 Kilometer durch strömenden Regen laufen

Christoph muss 15 Kilometer durch strömenden Regen laufen Fahrer setzt behinderten Jungen einfach aus
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Fahrer setzt behinderten Jungen einfach aus
Christoph muss 15 Kilometer durch strömenden Regen laufen

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Es sind quälende Stunden der Ungewissheit für Nadine Stepan aus dem hessischen Malsfeld. Eigentlich wird ihr Sohn Christoph jeden Tag um 13.30 Uhr von einem Fahrdienst nach Hause gebracht, denn der 15-Jährige hat eine geistige Behinderung. Doch an einem Montag im April wartet Nadine vergeblich auf die Rückkehr ihres Sohnes. Stunden später dann die Erleichterung: Nadine kann ihren Sohn wieder in die Arme schließen, doch der 15-Jährige ist in einem desolaten Zustand. Der Fahrer hat ihn einfach an einem Feld ausgesetzt – 15 Kilometer von Christophs Zuhause entfernt! Wie das Fahrdienst-Unternehmen den Vorfall entschuldigt – im Video!

Ausgesetzt im Nirgendwo

Nadine beschreibt die Stunden des Wartens als Zitterpartie. Ihr ist klar: „Irgendwas ist hier ganz massiv im Argen.“ Die Fahrerin, die Christoph normalerweise nach Hause fährt, ist krank und der Aushilfsfahrer geht nicht ans Telefon. Um 16 Uhr schwingt Nadines Sorge in Panik um: „Ich hab mit einer anderen Mutter telefoniert, da rief ihr Kind im Hintergrund: Der Christoph ist irgendwo rausgelassen worden.“

Aufgelöst, pitschnass und verstört

Es ist ein Arbeitskollege von Christophs Vater, der den Jungen schließlich an einer Landstraße entdeckt und mitnimmt: „Er war sehr aufgelöst, die Klamotten pitschnass, überall Schweiß. So habe ich ihn nach Hause gebracht.“

Trotz seiner geistigen Behinderung ist Christoph 15 Kilometer durch den strömenden Regen nach Hause gelaufen. Später stellt sich heraus: Der Fahrer hat Christoph mit einem anderen Jungen verwechselt und ihn deswegen an dieser Stelle ausgesetzt. Er sei der „Ersatzfahrer des Ersatzfahrers“ gewesen. Für Nadine ist diese Aussage keine Entschuldigung: „Dieser Fahrer hat mein Kind in Lebensgefahr gebracht!“ Christoph tut sich schwer, dieses Erlebnis zu verarbeiten. Er ist immer noch verstört und glaubt, er müsse diese Strecke nun jeden Tag laufen. Für Mutter Nadine ist jedoch klar: Sie wird alles dafür tun, dass ihrem Sohn so etwas nie wieder passiert! (tri/dgö)