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Lungenembolie: Die dramatische Folge der Thrombose

So entsteht eine Lungenembolie
So entsteht eine Lungenembolie Gefährliches Blutgerinnsel 01:16

Lungenembolie: Verstopfung eines Blutgefäßes

SWR3-Moderatorin Stefanie Tücking ist an einer Lungenembolie gestorben. Das hat die Staatsanwaltschaft Baden-Baden nach der Obduktion heute der Familie mitgeteilt. Was ist das eigentlich für eine Krankheit, die einen so plötzlichen Tod herbeiführen kann? Im Video erklärt Arzt Dr. Specht, wie eine Lungenembolie entsteht.

Das sind die wichtigsten Symptome

Eine Lungenembolie entsteht durch die Verstopfung eines Blutgefäßes in der Lunge. Meist sorgt ein Blutpfropfen, auch Blutgerinnsel oder Thrombus genannt, für die blockierte Blutzufuhr. Auch Fetttropfen oder Luftblasen können die Verursacher sein.

Der die Lungenembolie auslösende Thrombus entsteht in bis zu 80 Prozent aller Fälle in den tiefen Bein- oder Beckenvenen. Wenn Sie für einen längeren Zeitraum bewegungslos sind, zum Beispiel wegen einer Operation, Krankheit, Schwangerschaft oder bei einer langen Reise, steigt das Risiko einer tiefen Venenthrombose. Dabei bildet sich in einer tiefen Vene des Körpers ein Blutgerinnsel. Dieser Zustand wird als Thrombose bezeichnet.

Die Symptome einer Thrombose können Hauterwärmung, gerötete oder verfärbte Haut, Schwellungen des Beins und Schmerzen oder Empfindlichkeit im entsprechenden Bereich sein.

Doch warum resultiert daraus eine Lungenembolie?

Was passieren kann ist Folgendes: Das sich in den Venen gesammelte Blutgerinnsel löst sich aus der Tiefenvene und gerät in den Blutstrom. Es fließt aus den tiefen Beinvenen über die Bauchvene bis zum Herz und lagert sich in der Lungenarterie oder deren Verzweigungen an. Der Blutstrom zu den Lungen wird dadurch blockiert. Dieser Zustand wird als Lungenembolie bezeichnet und ist außerordentlich gefährlich.

Dabei kann ein Teil der Lunge dauerhaft beschädigt werden. Je nach Größe des Thrombus oder bei mehreren Gerinnseln kann eine Lungenembolie sogar tödlich sein.

Bei folgenden Symptomen sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden: Atemnot, plötzlich stechende Schmerzen im Brustkorb, Schwindel, schneller oder unregelmäßiger Herzschlag oder Husten mit blutigem Auswurf.

Wer ist gefährdet?

Nach einer Operation ist die Gefahr einer Thrombose sehr hoch. Auch Patienten mit Krampfadern oder mit Herzerkrankungen sind verstärkt gefährdet. Übergewicht erhöht das Risiko einer Lungenembolie ebenfalls, insbesondere in Kombination mit Rauchen. Bei Schwangeren ist das Risiko sogar um das Fünffache erhöht.

So können Sie das Risiko einer Lungenembolie minimieren

​Durch Prophylaxe kann das Thromboserisiko reduziert werden. Das wichtigste Mittel für die Venengesundheit ist Bewegung. Ausdauersportarten wie Schwimmen, Walking, Radfahren oder Wandern bringen die 'Muskelpumpe‘ in Schwung und unterstützen dadurch den Blutfluss in den Beinvenen.

Ebenso wie eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Wenn möglich, sollte langes Sitzen oder Stehen vermieden werden. Leider lässt sich das im Berufsleben nicht immer einrichten. Aber Fußgymnastik zwischendurch unter dem Tisch oder immer wieder ein paar Schritte gehen, kann schon hilfreich sein.

Achten Sie außerdem darauf, dass Sie ihre Beine nicht zu lange übereinander schlagen. Denn dadurch werden die Venen eingeschnürt und Blutgefäße können in den Kniekehlen abgedrückt werden.

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