20 Einsatzkräfte kämpften um ihr Leben

"Lost Place" in Bochum: Frau (22) stirbt nach dramatischer Rettungsaktion

Der Bochumer Westpark rund um die Jahrhunderthalle.
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14. Juli 2020 - 14:53 Uhr

Polizei ermittelt die Todesumstände

Mit Motortrennschleifer, Bolzenschneider sowie einem Spreizgerät mussten Zäune und Stacheldrahtbahnen entfernt werden, um eine junge Frau von einem Brachgelände in der Nähe des Bochumer Westparks zu transportieren. Dort war die 22-Jährige in der Nacht zum Sonntag zusammengebrochen. An dem sogenannten Lost Place bestand für die Retter durch alte Schächte akute Einsturzgefahr. Am Ende gelang der dramatische Einsatz trotz aller Widrigkeiten – doch die Frau verstarb später im Krankenhaus.

Junge Erwachsene wollten sich Industrieruine ansehen

Wie die Polizei mitteilte, war die 22-Jährige mit zwei Männern im Alter von 21 und 22 Jahren unterwegs. Nach WDR-Informationen kamen die drei jungen Erwachsenen aus dem Raum Köln und wollten sich in Bochum offenbar die Industrieruine ansehen. Der Ort gehört zu einer Reihe von "Lost Places", vergessenen oder verlorenen Orten also, die mit ihrem morbiden Charme einen besonderen Reiz auf viele Menschen ausüben.

Frau starb nach Unfall im Westpark Bochum

Einer der Männer habe um kurz nach 1 Uhr den Notruf alarmiert, den genauen Aufenthaltsort aber nicht nennen können, sagte ein Sprecher. Da eine Ortung des Anrufers nicht möglich war, kam auch ein Polizeihubschrauber zum Einsatz. Erst, als einer der jungen Männer auf einen Streifenwagen gestoßen war, konnte er den Einsatzkräften den Weg weisen. Nach mehreren Stunden war die Frau auf dem unwegsamen Gelände endlich geborgen und wiederbelebt worden, starb aber kurz darauf im Krankenhaus. Die beiden Begleiter mussten von einer Notfallseelsorgerin betreut werden und wurden ebenfalls in ein Krankenhaus eingeliefert.

Bei dem äußerst schwierigen Einsatz waren rund 20 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst beteiligt. Zur genauen Todesursache hat die Polizei die Ermittlungen aufgenommen.

An "Lost Places" kommt es immer wieder zu Unfällen

Immer wieder kommt es in sogenannten "Lost Places" zu Unfällen. Erst im Januar war ein 32-Jähriger in Altenburg (Altenburger Land) beim Fotografieren in einer Sägewerk-Ruine vier Meter in die Tiefe gefallen und schwer verletzt worden.