Hohe Spritpreise

TÜV-Experte verrät: Darum sollte man den Autotank nicht komplett leerlaufen lassen

Die Tankanzeige eines Autos, aufgenommen am 19.01.2008 in Straubing (Niederbayern). Foto: Armin Weigel dpa/lby +++(c) dpa - Report+++
Auf Reserve fahren und auf günstigere Spritpreise warten? TÜV-Fahrzeugexperte rät davon ab!
picture-alliance/ dpa, Armin Weigel

Beim Versuch, sich vor den hohen Benzin- oder Dieselpreisen zu drücken und auf einen günstigen Zeitpunkt zum Tanken zu warten, kann man sein Auto schnell mal auf Reserve fahren. Doch es gilt, dies unbedingt zu vermeiden. Sonst drohen Fahrzeugschäden.

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Tank leerlaufen lassen bis der Sprit günstiger ist? Keine gute Idee! Fahrzeuschäden drohen

Wer kennt es nicht: In der Hoffnung, dass Benzin oder Diesel wieder günstiger werden, fährt man das Auto weiter, obwohl sich die Tanknadel allmählich dem roten Bereich nähert. Bei den hohen Spritpreisen würde man den Weg zur Tankstelle am liebsten ganz vermeiden. Doch es führt kein Weg daran vorbei. Wer nicht nur sein Portemonnaie sondern auch sein Auto schonen möchte, der sollte den Benzin- oder Dieseltank seines Fahrzeugs nicht komplett leer fahren.

Hiervon rät der Kraftfahrzeugexperte des Tüv Rheinland, Hans-Ulrich Sander, gegenüber der "Welt" grundsätzlich ab. Stattdessen sollte man lieber regelmäßig und mit Blick auf die aktuellen Spritpreisen nachtanken. Andernfalls droht ein Fahrzeugschaden.

Bei älteren Fahrzeugen kann es oft in der Folge einer geschädigten Kraftstoffanlage zu einem Defekt an der Einspritz- und Benzinpumpe kommen, zitiert "T-Online" den Fahrzeugexperten Torsten Hesse vom Tüv Thüringen. Schließlich werden diese nicht mehr vom Sprit gekühlt und geschmiert. Die Lebensdauer des Motors nimmt deutlich ab. Im schlimmsten Fall ist sogar ein Komplettausfall möglich. Dann können Kosten in vierstelliger Höhe fällig werden.

Wer hingegen ein älteres Dieselauto hat, müsste das Kraftstoffsystem im Falle eines leergefahrenen Tanks manuell entlüften. Das schadet zwar nicht dem Motor, ist aber eine dreckige Angelegenheit.

Moderne Motoren sind den Herstellern zufolge zwar kaum anfällig bei einem leergefahrenen Tank. Trotzdem sollte dieser auch hier nicht komplett ausgeschöpft werden, geht es nach Experten. Neuere Autos besitzen einen Kraftstofffilter, gleichwohl könnten Schmutzpartikel, welche sich im Kraftstoff ablagern, angesaugt werden. Und das kann eine saubere Kraftstoffverbrennung verhindern.

Sollte es dennoch zu einem leeren Tank kommen, so sollte man zunächst natürlich Sprit nachtanken. Daraufhin kann es mehrere Versuche erfordern, bis das Auto wieder anspringt.

Bleibt das Auto liegen, kann die Polizei ein Bußgeld verhängen

Ein leergefahrener Tank kann auch rechtliche Konsequenzen haben. Bleibt ein Fahrzeug stehen, weil es kein Benzin oder Diesel mehr auf Reserve hat, verhängt die Polizei dafür ein Bußgeld. Wer mit seinem Auto etwa auf der Autobahn liegen bleibt, dem droht wegen widerrechtlichen Haltens oder Parkens eine Geldstrafe in Höhe von 30 beziehungsweise 70 Euro. Wird dadurch ein Unfall verursacht, kann man sogar für eine Mithaftung verantwortlich gemacht werden. In dem Fall ist die Strafe noch höher.

Ein leerer Tank sollte also vermieden werden. Dazu empfiehlt der ADAC zu tanken, "am besten dann, wenn der Tank etwa noch etwa ein Viertel voll ist." (stern.de/nk)

Hinweis: Dieser Artikel erschien zuerst bei stern.de