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Laufschuhe vom Discounter: Ein echter Renner?

Experte gibt Auskunft

Laufschuhe vom Discounter: Ein echter Renner?

Die Laufschuhe von Lidl, Decathlon und Netto (v.l.n.r.) können für Laufanfänger durchaus eine Möglichkeit sein, das Joggen auszuprobieren.
Die Laufschuhe von Lidl, Decathlon und Netto (v.l.n.r.) können für Laufanfänger durchaus eine Möglichkeit sein, das Joggen auszuprobieren.
Lidl, Decathlon, Netto

von Timo Steinhaus

Discounter können vor allem eins: Günstig. Viele Angebote sind echte Schnäppchen und überzeugen dennoch mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis. Auch Laufschuhe sind immer mal wieder im Programm zu finden und kosten oft nur ein Zehntel der Marken-Modelle. Doch ist auch die Qualität ein Renner?

Discounter-Laufschuhe: Kleine Auswahl, kleiner Preis

Wer sich neue Laufschuhe kaufen will, stellt schnell fest: Die Markenhersteller haben unzählige Modelle im Programm. Kein Wunder, schließlich sind unsere Füße komplex. Es gibt nicht nur unterschiedliche Laufstile, sondern auch Fußfehlstellungen, die ein Schuh mit besonderer Stabilität ausgleichen muss. Immerhin landet bei jedem Aufprall das Dreieinhalb- bis Vierfache unseres Körpergewichts auf der Sohle. Die Auswahl beim Discounter dagegen ist in der Regel übersichtlicher: Ein Modell für Frauen, eins für Männer – fertig. Das lässt darauf schließen, dass es sich um einen Neutralschuh handelt, der sich für Menschen ohne orthopädische Beschwerden eignet. Aus der Beschreibung geht dies in der Regel nicht hervor.

Lesetipp: Laufschuhe für schwere Läufer im Test

Laufschuhe von Lidl: Nutzer zeigen sich zufrieden

Lidl etwa wirbt bei seinem Laufschuh mit folgenden Features:

  • Hohe Flexibilität und optimale Passform
  • Komfortable Zungen- und Schaftrandpolsterung
  • Anatomisch geformte, herausnehmbare Einlegesohle

Das Feedback ist durchaus positiv: 89 Prozent der Kunden würden den Schuh weiterempfehlen, bei über 40 Bewertungen heimst der Schuh im Durchschnitt 4,5 von 5 Sternen ein. Auch der Preis dürfte kaum jemanden ins Schwitzen bringen: Gerade einmal 22,99 Euro kostet das Modell.

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Netto wirbt mit Leichtlaufschuhhen

Auch bei Netto ist ein entsprechendes Modell erhältlich. Wie auch bei Lidl sind keine Angaben vorhanden, für welche Läufer der Schuh geeignet ist. Eine Bewertung der Nutzer gibt es bislang nicht. Laut Hersteller kommen die sogenannten Leichtlaufschuhe mit folgenden Features:

  • Stabilisierende PU-Besätze
  • Komfortable Zungen- und Schaftrandpolsterung
  • Schocksabsorbierende, ultraleichte Phylon-Laufschuhe

Decathlon-Laufschuhe: Strecken bis zu 10 Kilometer sind drin

Detaillierter beschreibt Decathlon seine Laufschuhe, die „das Verletzungsrisiko bei Laufsessions bis 10 Kilometer minimieren und ein optimales Laufgefühl“ vermitteln sollen. Im Shop bekommt der Jogflow 500.1 gute 4,7 von 5 Sternen. Der Sporthändler wirbt mit folgenden Aspekten:

  • Innovative Dämpfung minimiert das Verletzungsrisiko auf Strecken von bis zu 10 Kilometer um 25 Prozent
  • Flexible Kerben in der Sohle unterstützen das Abrollen des Fußes bei jedem Schritt
  • Atmungsaktives Mesh-Gewebe

Es muss nicht immer der Top-Laufschuh sein

Zumindest optisch unterscheiden sich die Discounter-Schuhe kaum von den Modellen der Markenhersteller, kosten aber mit rund 20 bis 35 Euro nur einen Bruchteil. Hier stellt sich die Frage: Zahlt man bei den teuren Schuhen vor allem für den Namen, oder ist der happige Preisaufschlag tatsächlich gerechtfertigt? „Man muss sich darüber im Klaren sein, dass so ein günstiger Schuh eine viel geringere Lebensdauer hat und mich nicht so gut unterstützen und auch schützen kann, wie ein ‚richtiger‘ Laufschuh“, erklärt Alexander Bermel vom Laufladen Bunert in Köln. „Gerade als schwerer Läufer und womöglich Laufeinsteiger ist es umso wichtiger, vor Verletzungen zu schützen.“ Die Laufschuh-Hersteller investieren viel Geld in die Forschung und die Optimierung ihrer Materialien. Das ist bei Discountern nicht drin. Was also tun?

„Als Neueinsteiger kann ein Discounter-Schuh eine Möglichkeit sein, das Laufen zugänglich zu machen und herauszufinden, ob der Sport einen langfristig begeistern kann“, sagt Bermel. Es muss also nicht gleich das neueste Top-Modell für 180 Euro sein, das genau auf die Fußform, das Abrollverhalten und das entsprechende Gewicht zugeschnitten ist. Wer grundsätzlich erst mal ein paar lockere Runden drehen und ausprobieren möchte, ob das Laufen etwas für ihn ist, kann auch zum Discounter-Renner greifen, wenn keine gesundheitlichen Probleme und Fußfehlstellungen bekannt sind.

Discounter-Laufschuhe können eine Option sein - aber...

Wer beim Training allerdings Probleme oder sogar Schmerzen bekommt, sollte im Hinterkopf haben, dass diese auch an den Billigschuhen liegen könnten und im Zweifel einen Abstecher ins Fachgeschäft machen, um sich dort beraten zu lassen. Denn ein gutes Paar Schuhe ist nicht nur eine Investition in die eigene Gesundheit, weil sie vor Verletzungen schützen. „Gesetzt den Fall, dass ich den Sport ernsthaft betreibe, ein bis zweimal die Woche laufen gehe und dann für 800 bis 900 Kilometer meine Ruhe habe, über einen Zeitraum von 1,5 bis 2 Jahren - dann ist der Kauf eines ‚richtigen‘ Laufschuhs auch sehr viel nachhaltiger, als im selben Zeitraum drei oder vier Paare vom Discounter durchzulaufen.“, sagt Bermel. Ganz nebenbei fällt das Laufen mit dem richtigen Paar Schuhe leichter – und mit den neuen Super-Tretern gibt es obendrein einen Schub Extra-Motivation.

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