Kuckuckskind: Vater muss Unterhalt für den Sohn eines Anderen zahlen

29. April 2016 - 11:49 Uhr

Maik zahl Unterhalt für ein Kind, das er nicht einmal kennt

Maik M. fühlt sich von seiner Ex-Frau hintergangen und ausgenutzt. Seit Jahren zahlt er Unterhalt für ein Kind, das nicht sein eigenes ist. Doch rein rechtlich muss Maik weiterhin jeden Monat über 300 Euro zahlen. Obwohl es moralisch keinen Sinn macht, sind ihm gesetzlich die Hände gebunden.

Kuckuckskind: Vater muss Unterhalt für den Sohn eines Anderen zahlen

Als das Kuckuckskind vor 17 Jahren zur Welt kam, war Maik mit Susanne verheiratet und ging ganz selbstverständlich davon aus, dass der Kleine sein eigen Fleisch und Blut sei. Drei Jahre nach der Geburt scheiterte dann jedoch die Ehe der beiden. Doch als wäre die Trennung nicht schon schmerzhaft genug, machte ihm seine Ex-Frau Susanne auch noch ein bitteres Geständnis: "Als sie sich von mir getrennt hat, weil sie in einen neuen Lebensabschnitt mit jemand anderen gehen wollte, hat sie mir mitgeteilt, dass der Kleine nicht mein Kind ist", erzählt Maik.

Noch bitterer ist die Tatsache, dass Susanne anschließend sogar mit dem leiblichen Vater des Kindes zusammen kommt. Die beiden sind seither ein Paar und kassieren trotzdem jeden Monat Maiks Geld. Denn rein rechtlich gesehen ist er weiterhin der gesetzliche Vater und muss für das Kind aufkommen. "Man ist frustriert, ist traurig, ist wütend, weil man einfach das Leben eines anderen, eines fremden Menschen, einer fremden Familie, mit einer ganzen Menge Geld jeden Monat finanziert", spricht Maik ganz offen.

Maik zog schon mehrere Male vor Gericht, doch gegen die Rechtslage hat er keine Chance. Das Oberlandesgericht Hamm hat die Klage nach 15 Jahren Rechtsstreit endgültig abgewiesen. Denn ein Mann darf die Vaterschaft nur binnen der ersten beiden Lebensjahre eines Kindes anfechten. Maiks Kind war aber bereits drei Jahre alt, als er erfuhr, dass es nicht sein eigenes ist.

Der Sohn weiß nichts von seinem 'Geldgeber'

Maiks Ex-Frau zeigt weder Reue noch eigenes Verantwortungsgefühl. Im Interview äußert sie sich selbstsicher: "Ich kann ja nicht einmal hü und einmal hott sagen! Er ist der rechtliche Vater und er kann da nichts dran ändern." Maik hätte gewusst, worauf er sich einlasse und müsse nun die Konsequenzen tragen. Mittlerweile hat sie schon mehr als 50.000 Euro von ihrem Ex-Mann kassiert.

Nur wenn der leibliche Vater seinen Sohn adoptieren würde, müsste Maik keinen Unterhalt mehr bezahlen. Das lehnt dieser jedoch ab, obwohl er den heute 17-Jährigen gezeugt und aufgezogen hat. Mittlerweile trägt die ganze Familie auch noch Maiks Nachnamen.

Und sein 'rechtlicher' Sohn weiß noch nicht einmal, dass Maik überhaupt existiert. Der Umgang und Besuch wurden ihm vor 15 Jahren untersagt. Er soll einen schlechten Einfluss auf den Jungen gehabt haben. "Ich habe noch die Hoffnung, dass er mit 18 Jahren vielleicht irgendwann mal alles erfährt und dann von sich aus auf mich zukommt und Kontakt aufnimmt", sagt Maik erwartungsvoll.