Exklusiv im RTL-Interview

Kroos-Berater Struth: "Ich bin ganz klar für eine Impfpflicht im Fußball!“

26. November 2021 - 19:26 Uhr

Werner & Götze seine Schützlinge

Er ist einer der mächtigsten Spielerberater im deutschen Fußball, Volker Struth. Zu seinen Schützlingen gehören unter anderem Toni Kroos, Timo Werner und Mario Götze. Und sein Wort hat Gewicht in der Szene. Auch beim Thema "Impfpflicht für Fußballer" hat er eine klare Meinung.

Fußballer tragen besondere Verantwortung

"Ich glaube, die Mehrheit hat kapiert, dass wir uns impfen lassen müssen, weil wir sonst nicht aus dieser Nummer rauskommen. Was meine Branche betrifft, also den Fußball betrifft, da muss ich ganz klar sagen, auch wenn ich damit vielleicht wieder ein Stück polarisiere: Ich bin ganz klar für eine Impfpflicht im Fußball!", stellte Struth im RTL-Interview klar. "Ich finde es einfach aus medizinischen Gründen, aus solidarischen Gründen, aber auch aus dem Aspekt der Verantwortung unablässig, dass ein Fußballspieler sich impfen lässt."

Er habe mit jedem seiner Spieler "geredet und ganz klar dafür plädiert, sich impfen zu lassen. Ich finde es schwer vermittelbar, dass ein Zuschauer nur ins Stadion darf, wenn er geimpft ist, womöglich demnächst geimpft und getestet sein muss, damit dieses System weiter funktioniert", betonte Struth.

Ungeimpfte senden fatales Zeichen

"Wir haben vorhin darüber gesprochen, wie kommt das Geld in den Markt? Ja, dadurch kommt das Geld in den Markt. Mir fehlt es bei der Diskussion, mit den Jungs zu sprechen, die nicht geimpft sind, was denn wäre, wenn alle so denken würden", kritisierte der 55-Jährige.

Fußballprofis seien auch Vorbilder. Und tragen deshalb eine besondere Verantwortung. "Was meinen Sie denn, wenn ein prominenter ungeimpfter Fußballspieler sich nach wie vor nicht impfen lässt, was das bei denen auslöst, die auch noch nicht geimpft sind?", sagte Struth. "Die kriegen ja Fragezeichen. Warum lässt sich der Mann, der in der Öffentlichkeit steht, der so unter Beschuss steht, warum lässt er sich nicht impfen? Das heißt, die Fragezeichen werden immer größer."

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86 Spieler noch ungeimpft

Von den mehr als 1.000 deutschen Vertragsspielern in der 1. und 2. Fußball-Bundesliga sind nach Angaben von DFL-Chef Christian Seifert 86 noch nicht geimpft. Diese Zahl nannte der Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga im Interview der "Süddeutschen Zeitung" und sagte: "Das ist der Stand von Mitte November.» Der zum Jahresende bei der Liga ausscheidende Seifert appellierte: "Auch für Profifußballer gilt, was aus meiner Sicht für alle Bürger gilt. Lasst euch gefälligst impfen!" (tme)