Knoblauch: Der Wunderheiler unter den Gewürzen

10. Januar 2019 - 12:24 Uhr

Knoblauch sorgt für einen intensiven Geschmack

Knoblauch ist eine Heil- und Gewürzpflanze, die besonders intensiv im Geschmack ist. Im Gegensatz zu manchen Gewürzpflanzen wird Knoblauch nicht nur in bestimmten Regionen verwendet. Tatsächlich findet er in der Küche vieler Länder Anwendung. Dass man ihm nachsagt, einen unangenehmen Geruch zu besitzen, tut dem Erfolg keinen Abbruch - auch wenn die Römer ihm einst den wenig schmeichelhaften Beinamen "stinkende Rose" verpassten. Im Gegensatz zu Zwiebeln lässt sich Knoblauch außerdem schälen, ohne dass es zu Tränen kommt.

Geschichte und Herkunft von Knoblauch

Knoblauch stammt ursprünglich aus Zentral- und Südasien. Von dort fand er über das Mittelmeer auch in Europa Verbreitung. Es heißt, dass ägyptische Sklaven ihn einst benutzten, um Läuse und Darmparasiten loszuwerden. Daneben schätzten sie ihn Mittel zur körperlichen Stärkung. Die Römer verwendeten ihn zur Stärkung der Potenz oder um einen klaren Kopf zu bekommen. Im Mittelalter wurde er schließlich gegen Haarausfall, Bisswunden, Zahnschmerzen und zur Bekämpfung der Pest verwendet. Heute gilt Knoblauch vor allem als Gewürzpflanze, was seiner heilenden Wirkung jedoch keinen Abbruch tut.

Sorten und Geschmack von Knoblauch

Gewöhnlicher Knoblauch besitzt einen sehr scharfen Geschmack, der jedoch beim Kochen abgeschwächt wird. Man kann ihn sowohl frisch als auch als Lagerknoblauch kaufen. Daneben gibt es drei weitere Sorten, die in Deutschland weniger bekannt sind: Der aus China stammende Schnittknoblauch geht auf eine Kreuzung mit Schnittlauch zurück.

Dieser kommt ohne den typischen Knoblauchgeruch aus und besitzt eine Blüte, die aufgrund ihres honigartigen Geschmacks als Delikatesse gilt. Der klassische chinesische Knoblauch ist deutlich milder im Geschmack als die anderen Sorten. Aus Thailand stammt die Sorte Head Garlic, die als Besonderheit keine Zehen bildet, sondern nur eine Knolle aufweist.

Saison und Einkauf von Knoblauch

Knoblauch ist das ganze Jahr über erhältlich. Möchte man ihn möglichst frisch kaufen, empfiehlt sich die Zeit zwischen Juni und August. In diesen Monaten kommt er im erntefrischen Zustand aus Italien, Frankreich und Spanien in deutsche Geschäfte. Falls Sie ihn selbst anbauen und Knoblauch stecken möchten, sollten Sie beachten, dass er besonders gut in tiefgründigen, sandigen Lehmböden wächst. Ansonsten erhalten Sie Knoblauch im Supermarkt, in Bioläden, auf Märkten und bei Onlinehändlern: frisch, als Lagerknoblauch oder als Gewürzpulver. Letzteres hat den Vorteil, dass Sie selbst keinen Knoblauch schneiden oder pressen müssen.

Lagerung von Knoblauch

Für frischen Knoblauch empfiehlt sich die Lagerung im Gemüsefach des Kühlschranks. In der getrockneten Variante sollte er zumindest kühl gelagert werden. Der Platz sollte zudem dunkel sein, da Knoblauch sonst austreibt. Schnittknoblauch lässt sich im Kühlschrank bis zu zwei Tage aufbewahren. Dazu sollte er in eine Plastiktüte oder ein feuchtes Tuch gegeben werden. Die Knolle lässt sich zudem auch gut einfrieren. Dazu müssen Sie den Knoblauch schälen, besonders klein hacken und ihn in eine Gefrierdose geben, dann können Sie sich beim Kochen an dem frischem, schon geschnittenen Gewürz bedienen. Allerdings kann bei dieser Methode auch ein deutlicher Qualitätsverlust auftreten.

Zubereitung und Haltbarmachen von Knoblauch

Knoblauchzehen in einer Schüssel auf einem Holzbrett, im Hintergrund liegen drei Knoblauchknollen.
So können Sie Knoblauch zubereiten und die seine Haltbarkeit verlängern
© iStockphoto, Amarita

Auch wenn es einige Menschen gibt, die Knoblauch roh essen, wird er den meisten Speisen in verkleinerter und gegarter Form beigegeben. Am einfachsten ist es, Knoblauch zu pressen. Genauso beliebt ist es jedoch, Knoblauch zu schneiden. Übrigens ist auch das Knoblauch-Pressen ohne Presse möglich: Dazu müssen Sie ihn nur mit einem Messer klein hacken und anschließend mit der flachen Seite des Messers zerdrücken. Um Knoblauch haltbar zu machen, wird er gerne in Olivenöl eingelegt. Auf diesem Weg halten die Zehen sehr lange. Wenn Sie Knoblauch einlegen, erhalten Sie auch ein feines Speiseöl mit würzigem Geschmack.

Nährwerte von Knoblauch

100 g Knoblauch enthalten 149 Kalorien und 0,5 g Fett. Hinzu kommen 17 mg Natrium sowie 401 mg Kalium. Er enthält 33 g Kohlenhydrate, 2,1 g Ballaststoff und 1 g Zucker. Da es mehr als eine Knoblauchsorte gibt, können diese Werte im Einzelfall durchaus schwanken. Die positive Wirkung von Knoblauch auf die Gesundheit ist beachtlich: Er weitet die Blutgefäße, senkt den Cholesterinspiegel und wirkt einer Verdickung des Blutes entgegen. Somit trägt er zur Vorbeugung von Herzinfarkten und Schlaganfällen bei. Zudem schützt Knoblauch die Zellen, was das Risiko einer Krebserkrankung senken kann.

Besonderheiten und No-Gos bei Knoblauch

Obwohl es oft falsch gemacht wird, sollte man Knoblauch nicht zusammen mit Zwiebeln lagern. Die beiden Pflanzen werden, falls gemeinsam gelagert, beide matschig. Zudem haben manche Menschen eine Knoblauchallergie, die sich unter anderem durch Schwellungen im Gesicht sowie durch Magen-Darm-Probleme zeigt. Da diese Symptome jedoch auch andere Ursachen haben können, ist es nicht immer einfach, sie auf den Genuss von Knoblauch zurückzuführen. Die blutverdünnende Wirkung von Knoblauch kann zum Problem werden, wenn man bereits gerinnungshemmende Medikamente einnehmen muss. In diesem Fall sollte man zu viel Knoblauch vermeiden. Hobbygärtner setzen zudem Knoblauch gegen Blattläuse ein: Einfach ein paar Zehen in die Erde stecken und das Ungeziefer sucht bald das Weite. Ebenso lässt sich Knoblauch gegen Zecken einsetzen. Wenn Sie ihn regelmäßig verzehren, senkt dies die Gefahr eines Zeckenbisses deutlich.

Zubereitungstipps und klassische Rezepte für Knoblauch

Wenn Sie Knoblauch genießen möchten, ohne danach zu riechen, hilft es enorm, ihn mit Ingwer zu kombinieren. Auch ein Glas Milch nach dem Essen wirkt Wunder. Wenn Sie ihn mit Salz verreiben, wird sein Aroma außerdem besser im Essen verteilt. Eine gute Idee, um die gesundheitsfördernde Wirkung von Knoblauch zu nutzen, ist zudem ein Zitrone-Knoblauch-Drink. Dazu schneiden Sie mehrere Knoblauchzehen klein und geben sie mit einer ebenfalls klein geschnittenen Zitrone in heißes Wasser. Etwas abkühlen lassen und fertig ist der Gesundheits-Cocktail!

Vielleicht möchten Sie aber auch aus Knoblauch, Schlagsahne, Schnittlauch, Salz und Pfeffer eine leckere Knoblauch-Butter herstellen. Auch schlichte Tomatenbrote lassen sich durch kleine Knoblauchstückchen aufwerten. Vor allem aber sollte Knoblauch in keiner herzhaften Bratensoße fehlen.