Schreckliches Kita-Unglück in Eisenhüttenstadt

Mädchen (1,5 Jahre) ertrinkt beinahe in 10 Zentimeter flachem Wasser - Intensivstation

Krankenwagen im Einsatz: Das kleine Mädchen wurde in eine Potsdamer Klinik gebracht, soll dort auf der Intensivstation liegen.
Krankenwagen im Einsatz: Das kleine Mädchen wurde in eine Potsdamer Klinik gebracht, soll dort auf der Intensivstation liegen.
© imago images/Andreas Gora, Andreas Gora via www.imago-images.de, www.imago-images.de

23. Juni 2021 - 10:54 Uhr

Anzeige wegen Verletzung der Fürsorge- und Aufsichtspflicht

Das Wasser in dem Becken war nur zehn Zentimeter flach – trotzdem wurde es für ein Kleinkind lebensgefährlich: Das Mädchen (1,5 Jahre) war in einer Kita in Eisenhüttenstadt kopfüber in den Behälter gestürzt. Erzieher hätten es nach Angaben der Leiterin schnell herausgezogen und reanimiert. Derzeit liege es auf der Intensivstation eines Potsdamer Krankenhauses.

Zustand des kleinen Mädchens soll kritisch sein

Der schreckliche Unfall geschah bereits am 18. Juni in der privat geführten "Kita Wilhelmina" in Eisenhüttenstadt (Brandenburg), wie "LR- Online" berichtet. Demnach hatten die Erzieherinnen ein kleines Becken mit Wasser zum Plantschen und Matschen neben der Sandkiste aufgestellt. Das Kind sei kopfüber ins Wasser gefallen, das nach Angaben der Polizei nur zehn Zentimeter tief war. "Die Aufsicht führende Erzieherin zog das Kind nach einer kurzen Zeitspanne aus dem Behältnis und führte mit den anderen Erzieherinnen sofort Erste-Hilfe-Maßnahmen durch. Parallel dazu wurde der Rettungsdienst verständigt, der auch kurze Zeit darauf eintraf", teilte Kita-Leiterin Kathrin Drews der Nachrichtenseite zufolge in einer offiziellen Erklärung mit.

Das kleine Mädchen sei wieder zu sich gekommen, kam in ein Potsdamer Krankenhaus, liegt dort auf der Intensivstation. Sein Zustand soll kritisch sein. Laut Polizei ist eine Anzeige wegen Verletzung der Fürsorge- und Aufsichtspflicht und wegen fahrlässiger Körperverletzung aufgenommen worden.

Kita zieht Konsequenzen, will aber keine "Verbotspädagogik"

"Wir wollen das alles aufklären", betonte Kita-Leiterin Drews in der Mitteilung. "Das Team der Kita kommt seitdem kaum zur Ruhe. Wir wünschen uns alle, dass das betroffene Kind bald wieder wohlauf ist." Am Sonnabend und Sonntag haben sich ihr zufolge Team-Mitglieder getroffen, um das Unglück aufzuarbeiten. "Es wurden eine Reihe von Maßnahmen festgelegt, um die gesundheitliche Gefährdung der betreuten Kinder künftig auszuschließen. Das Team wird aber nicht zur Verbotspädagogik übergehen, weil so eine altersgerechte Entwicklung der Kinder nicht möglich wäre."

Alle pädagogischen Fachkräfte und technischen Mitarbeiterinnen seien noch einmal für die Sicherheitsbelange der Kinder sensibilisiert worden. Die Wasserbehälter, die größer gewesen seien, als normale Eimer, seien entfernt worden.

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