Kinderbrillen: Sehschwäche bei Kindern so früh wie möglich beheben

09. Juni 2018 - 19:45 Uhr

Schon Babys auf Fehlsichtigkeit untersuchen lassen

Auch nur kleinste Sehfehler sollten frühestmöglicht erkannt und ausgeglichen werden, empfiehlt der Berufsverband der Augenärzte. Von daher können Brillen schon für Babys sinnvoll sein.

Bei Brillenauswahl Kinder mit einbeziehen

Es ist wichtig, eine Fehlsichtigkeit des Kindes rechtzeitig mit Hilfe einer Brille zu korrigieren. Nur so kann sich das Gehirn altersgemäß entwickeln und Bildinformationen richtig aufnehmen und verarbeiten. Bis zum Alter von etwa vier Jahren entwickelt sich das Zusammenspiel von Augen und Gehirn noch. Dies ist also der optimale Zeitpunkt zur Korrektur und Behandlung der Asymmetrie.

Manchmal kann es notwendig sein, die Brillengläser mehrere Male innerhalb weniger Wochen auszutauschen, um das Kind langsam an die Brille zu gewöhnen. Manchmal dauert es auch einfach seine Zeit, bis die richtige Brille gefunden wird. Hier ist eine vertrauensvolle Beziehung zum Kinder- oder Augenarzt wichtig.

Wichtig ist, dass das Kind die Brille akzeptiert und sich mit ihr wohlfühlt. Daher sollten Sie größere Kinder auf alle Fälle mit in die Brillenwahl einbeziehen.

Wie erkennen Eltern die Sehschwäche ihres Kindes?

Anzeichen für eine Sehschwäche Ihres Kindes sind beispielsweise grauweiße Pupillen oder ein Hängelid. Grauer Star bei Kindern können Eltern beispielsweise leicht erkennen, wenn Sie beim Fotografieren ihrer Kinder einen Blitz einsetzen. Wenn beide Pupillen auf dem Foto rot erscheinen, ist alles in Ordnung. Wirkt jedoch eine Pupille so, als sei sie heller oder dunkler als die andere, kann dies auf Grauen Star hindeuten. In diesem Fall sollten Sie sofort einen Augenarzt aufsuchen. Grauer Star muss operiert werden.

Auch eine offensichtliche Lichtempfindlichkeit sollten Sie von einem Augen- oder Kinderarzt prüfen lassen. Das gleiche gilt, wenn die Augen ihres Babys oder Kindes zittern oder es schielt. Viele Babys schielen in den ersten Lebensmonaten. Wenn das Schielen allerdings über die ersten acht Lebensmonate hinaus andauert, sollten Sie einen Arzt zu Rate ziehen. Je früher die Behandlung einsetzt umso größer sind die Erfolgsaussichten. Meist wird das gesunde Auge abgeklebt, sodass das schielende Auge gezwungen ist, geradeaus zu gucken.

Es ist häufig schwierig für Eltern zu erkennen, ob ihr Kind unter Kurz- oder Weitsichtigkeit leidet. Vor allem Weitsichtigkeit sollte rechtzeitig behandelt werden, weil sie unbehandelt zum Schielen führen kann. Im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen (U-Untersuchungen) beim Kinderarzt wird das Sehvermögen aber in regelmäßigen Abständen getestet. Die Behandlung der Kurzsichtigkeit kann in der Regel warten, bis das Kind bereit dazu ist, eine Brille zu tragen.