Jetzt soll es abgeschossen werden!

Junges Galloway-Rind flüchtet vor der Schlachtbank

Ein Galloway-Rind läuft über eine Weide (Symboldbild). Foto: Julian Stratenschulte/Archiv
Ein Galloway-Rind läuft über eine Weide (Symboldbild). Foto: Julian Stratenschulte/Archiv
© deutsche presse agentur

06. Oktober 2021 - 17:32 Uhr

Rind wird in Freiheit fast zum Wildtier

Mit dieser Flucht hat wohl niemand gerechnet: Ein 17 Monate altes Galloway-Rind ist vor mehr als vier Wochen aus seinem Stall in Tönningstedt abgehauen – und seitdem in den schleswig-holsteinischen Wäldern unterwegs. Der Plan, es einfach wieder einzufangen, blieb bisher erfolglos. Mittlerweile habe sich das Tier "wildtierähnliche Verhaltensweisen angeeignet", so Sabrina Müller vom Kreis Segeberg – es flüchtet, sobald sich Menschen nähern. Inzwischen scheint es nur noch einen Ausweg zu geben.

Rind auf Maisfeld gesichtet - und flieht erneut

Am Montag gab es kurzzeitig Hoffnung: Ein Arbeiter hatte das Tier beim Maishäckseln auf einem Feld entdeckt, sofort wurden die Waffenbehörde und das Veterinäramt informiert. "Da der Arbeiter auf dem Maisfeld (nicht der Halter) seine Arbeit nicht länger ruhen lassen wollte, nahm er die Häckselarbeiten wieder auf, was dazu führte, dass das Tier davon lief und erneut verschwand, bevor der Tierarzt eintraf und das Rind lebend in Augenschein nehmen konnte", teilt Sabrina Müller auf RTL-Nachfrage mit.

Tier zum Abschuss freigegeben

Das Einfangen des Tieres sei unmöglich, so der Kreis Segeberg. Daher scheint es nur noch eine Lösung zu geben: Das Tier abzuschießen und damit zu töten. Denn: "Der erneute Versuch, das Rind mit einem möglicherweise größeren Aufgebot an Personen zu fangen, würde für das Tier eine erhebliche Stresssituation darstellen, die unkontrolliertes Fluchtverhalten nach sich ziehen dürfte. Dabei könnte es in Panik auch auf nahe gelegene Straßen laufen, wo es auch zu einem Unfall kommen könnte", so Müller weiter.

Die Waffenbehörde hat eine waffenrechtliche Erlaubnis zum Schießen erteilt. Zudem ist in diesem Fall eine Erlaubnis der Veterinärbehörde zum Abschuss eines ganzjährig im Freien gehaltenen Rindes notwendig. Nach wie vor soll das Tier übrigens, auf Wunsch des Halters, als Lebensmittel enden. Dafür muss vorher eben sicher sein, dass das Tier gesund ist. Auch ein Betäubungsschuss käme übrigens nicht in Frage, "weil sonst arzneimittelrechtliche Wartezeiten den Fleischverzehr verhindern würden."

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Besitzer haftet für Schäden

Die Haftung für das Tier liege beim Halter, da er dafür verantwortlich ist, dass seine Tiere nicht ausbrechen, so die Kreissprecherin. Er sei auch verantwortlich, wenn aufgrund des flüchtigen Tieres Unfälle geschehen. (fst)