Sie hielt nur kurz in einer Ladezone

Junge Mutter bekommt einen 115-Dollar-Strafzettel fürs Stillen

18. April 2019 - 17:00 Uhr

Sie stand im Stau, als ihr Baby anfing zu weinen

Eine Mutter aus New York wollte nur kurz ihr Baby stillen, während sie im Stau stand. Dafür parkte sie in einer Ladezone – und kassierte ein Bußgeld von über 100 Euro. Sehen Sie im Video, wie es der jungen Mutter anch dem Vorfall geht.

„Ich weinte selbst fast, weil sie so sehr schrie“

Menschen mit kleinen Babys kennen das Problem: Man fährt im Auto und das Baby schreit herzzerreißend – es hat Hunger. Kaum ein anderes Geräusch kann einen in kürzester Zeit so zur Verzweiflung bringen, wie dieses. Schnelle Abhilfe tut Not. Für das weinende Baby. Und die dazugehörige gestresste Mutter.

So ging es auch Guillermina Rodriguez aus New York. Sie war mit ihrem drei Wochen alten Baby im Auto in Manhattan unterwegs, als Töchterchen Ileana verzweifelt zu weinen beginnt. Sie schreit vor Hunger, das Herz der jungen Mutter blutet – aber sie kann nirgendwo halten. Kilometerlanger Stau in der Innenstadt und keine Möglichkeit, legal zu halten. 

"Ich weinte selbst fast, weil sie so sehr schrie und alles, was ich tun wollte, war anzuhalten, um mich um sie kümmern zu können", beschreibt Guillermina Rodriguez "ABC New York" ihre verzweifelte Lage.

Sehen Sie im Video: Stillen ist ein Vollzeitjob – so geht es stillenden Mütter

Mit entblößten Brüsten springt Guillermina auf den Vordersitz

Und so entschied sich die Mutter zu halten. Und steuerte eine Ladezone an, um dort ihr Baby zu stillen. Sie kletterte auf die Rückbank und legte ihr kleines Töchterchen an – doch die Erleichterung dauerte nicht lange.

Denn plötzlich tauchte ein Abschleppwagen der New Yorker Polizei auf und machte Anstalten, ihr Auto abzuschleppen. Mit entblößten Brüsten sprang Guillermina Rodriguez auf den Vordersitz, um den Abschleppwagen mit lautem Hupen auf sich aufmerksam zu machen.

„Sie hätten ruhig etwas sensibler sein können“

"Ich stillte gerade mit der einen Seite und pumpte auf der anderen Seite Milch ab. Meine beiden Brüste waren draußen und so rief ich dem Officer nur zu: 'Hey, ich stille hier gerade!'", erzählt die junge Mutter. 

Mit einem lapidaren "Oh, okay" kommentierte der herangetretene Polizist die kuriose Szene. Und klemmte kommentarlos einen 115 Dollar Strafzettel an die Windschutzscheibe und ging.

Guillermina Rodriguez ist fassungslos. "Ich war schockiert. Ich weiß, dass sie nur ihren Job machen, aber ich kümmere mich um mein Kind", sagte Rodriguez Torres. "Sie hätten ruhig etwas sensibler sein können."

Guillermina Rodriguez will für ihr (Still-)Recht kämpfen

Die Polizei begründet den Vorgang damit, dass der Beamte den Strafzettel schon im Vorhinein geschrieben hätte. Und dass es ihm nicht erlaubt sei, im Nachhinein das Ticket zurückzuziehen.

Guillermina Rodriguez will den Vorgang nicht auf sich sitzen lassen und legt Widerspruch gegen den Strafzettel ein. Sie hofft, dass der prüfende Richter selbst Kinder hat. Und so ein wenig mehr Verständnins und Empathie für die Situation aufbringt als die Verkehrsbeamten.