Verein in der Kritik

Jugendporno-Verdacht! Ermittlungen gegen Betreiber von FKK-Camp für Kinder

So wirbt der Verein auf seiner Homepage

24. Januar 2020 - 20:38 Uhr

Nacktwanderungen und FKK-Ferienzeltlager

Ein Verein bietet Saunabesuche, Nacktwanderungen und FKK-Ferienzeltlager für Kinder ab acht Jahren an. Eltern sind nicht in jedem Fall dabei. Jetzt ist die Staatsanwaltschaft auf den Verein aufmerksam geworden. Gegen einen der Verantwortlichen wird nun wegen Verbreitung und Besitzes jugendpornografischer Schriften ermittelt 

"Bei Hitze ist doch klar - geht's nach der Schule zum FKK"

Auf seiner Homepage wirbt der Verein mit seiner Kinder- und Jugendarbeit: "Naturverbundenheit, Abenteuer und Erlebnisse sind die wichtigsten Bestandteile unseres Bundeslebens und somit auch unserer Fahrten und Ferienlager", heißt es. "Im FKK-Feriencamp ist Nacktheit für uns obligatorisch und somit für alle ganz normal."  Die Mitgliedschaft ist bis zum Alter von 18 Jahren kostenfrei.

Es gibt einen passwortgeschützten Mitgliederbereich, doch auch auf dem frei zugänglichen Teil  zeigt der Verein auf seiner Homepage Bilder von nackten Jungenhintern. Dazu wirbt er mit Sprüchen wie "Mit einer Badehose wird das Wasser auch nicht wärmer" oder "Bei Hitze ist doch klar - geht's nach der Schule zum FKK". Wie alt die Personen sind, ist nicht zu erkennen.

"Nacktheit ist vielleicht ein Tabuthema in der Familie, Nacktbaden wurde als "komisch" empfunden? Irgendwann, ab einem bestimmten Alter hat man dann doch mal Interesse daran, es einfach auszuprobieren" heißt es weiter. Im Programm für 2020 sind unter anderem eine "Fahrt zum FKK-Tag im Irrgarten der Sinne" in Sachsen oder eine Sommerfahrt an die kroatische Adriaküste geplant.

Was sagt der Vereinsbetreiber?

Zum Thema Jugendschutz heißt es "Wir distanzieren uns ausdrücklich gegen jegliche Art von Gewalt, Missbrauch und Fremdenfeindlichkeit. Jeder Hinweis wird vertraulich behandelt und umgehend nachgegangen." Für Aufklärung hole man sich professionelle Hilfe. Eigenen Angaben zufolge kontrolliert der Verein regelmäßig das aktuelle erweiterte Führungszeugnis aller leitenden Mitglieder und hält das Jugendschutzgesetz auf allen Veranstaltungen ein.

Seit wann die Staatsanwaltschaft ermittelt und was der Auslöser ist, gibt die Behörde nicht bekannt. Juristisch ist vorgeschrieben, dass strafrechtliche Ermittlungen immer gegen eine Person geführt werden müssen. RTL versuchte, den Vereinsbetreiber mit den Ermittlungen zu konfrontieren, doch die Fragen blieben unbeantwortet.