27.000 Kilometer auf dem Rad, zu Fuß, im Wasser

Rekordmann Jonas Deichmann: Der erste Triathlet, der einmal die Welt umrundet hat

30. November 2021 - 7:54 Uhr

Unfassbare Leistung

Es gibt sportliche Leistungen, die sind so unglaublich, dass man sie kaum in Worte fassen kann. Jonas Deichmann ist der erste Triathlet, der einmal die Welt umrundet hat. Insgesamt hat er im Wasser, auf dem Rad und zu Fuß mehr als 27.000 Kilometer zurückgelegt. Wahnsinn. Jetzt ist er nach über einem Jahr dort wieder angekommen, wo er im September 2020 losgelegt hat – in München. Die zum Teil quälenden Strapazen seiner Reise, seinen unglaublichen Trick gegen Eiseskälte und worauf er sich jetzt in Deutschland am meisten freut, sehen Sie oben im Video.

430 Tage unterwegs- Rekord für den längsten Triathlon geknackt

Abenteurer Jonas Deichmann hat als erster Mensch einen Triathlon um die Welt geschafft. Der 34-Jährige kam am Montagnachmittag nach insgesamt 120 Ironmen und 430 Tagen wieder am Odeonsplatz in München an. Insgesamt legte er ohne externe Unterstützung eine Distanz von 450 km Schwimmen, 21.000 km Radfahren und 5060 km Laufen zurück und knackte damit den Rekord für den historisch längsten Triathlon nach eigenen Angaben um das Vier- bis Fünffache.

"Es ist vieles anders gelaufen, als ich es mir vorgestellt habe", sagte Deichmann. "Ich musste wegen der Corona-Einschränkungen meine Route oft ändern, der beste Plan hat in der Praxis oft nicht funktioniert. Aber im Großen und Ganzen ging es einmal um die Welt. Es war ein richtig tolles Abenteuer, ich habe es geschafft. Es war eine super Zeit."

Deichmann läuft 120 Marathondistanzen in 117 Tagen

Gestartet war der Extremsportler im September 2020 in München und fuhr erst mit dem Fahrrad an die Adria. Dort schwamm er 450 Kilometer in 54 Tagen und stellte den Rekord für die längste Schwimmstrecke ohne Begleitboot auf. In seiner Spezialdisziplin auf dem Fahrrad wurde er dann mehrfach von Grenzschließungen ausgebremst, musste letztlich ein Alternativroute durch das zu dieser Zeit bis zu minus 40 Grad kalte Sibirien bis nach Nowosibirsk wählen.

Von dort flog er statt in die für Ausländer gesperrte USA nach Mexiko, wo er an 117 Tagen insgesamt 120 Marathondistanzen zurücklegte. Nach einem Flug von Cancun nach Lissabon führte ihn der letzte Teil der Radstrecke innerhalb von vier Wochen zurück nach München.

In München angekommen freut sich Jonas vor allem auf Nichtstun. "Einfach mal morgens aufzuwachen und nichts zu tun zu haben, darauf freue ich mich am meisten," erzählt der erschöpfte aber glückliche Deichmann bei seiner Ankkunft in München. "Und auf Käsespätzle und Maultaschen." Na dann, guten Appetit. (sid/lgr)