„Harry Potter“-Autorin sorgt sich um ihre Kinder

J.K. Rowling offenbart: „Ich bin eine Überlebende sexueller Gewalt“

Schriftstellerin J.K. Rowling.
Schriftstellerin J.K. Rowling.
© dpa, Evan Agostini, EA wst sab kde

11. Juni 2020 - 16:29 Uhr

J. K. Rowling mahnt vor sorgloser Geschlechterneutralitäts-Forderung

"Harry Potter"-Autorin J.K. Rowling (54) schockiert mit einem Geständnis: "Ich bin eine Überlebende sexueller Gewalt". Sie begründet in diesem Kontext ihre transphoben Äußerungen der vergangenen Tage.

Sexuelle Gewalt gegenüber J.K. Rowling

In einem Essay, welches die "Harry Potter"-Autorin auf ihrer Internet-Seite veröffentlichte, erklärt sie anhand von fünf Punkten ihre Vorbehalte gegenüber eines sorglosen Umgangs mit Geschlechtsneutralität. In diesen geht sie unter anderem auf die Quote derer ein, die ihre Geschlechtsumwandlung anschließend bereut hätten. Im letzten Punkt offenbart sie dann ihr lange gut gehütetes Geheimnis: Sie sei selbst "eine Überlebende sexueller Gewalt", so Rowling.

J.K. Rowling will Erlebnisse ihren Töchtern ersparen

Sie wolle verhindern, dass anderen Frauen das durchmachen müssen, was sie einst erlebte. Ihre Erlebnisse hätten sie immens geprägt und Ängste geformt: "Die Narben, die Gewalt und sexuelle Übergriffe hinterlassen haben, verschwinden nicht – egal, wie sehr man geliebt wird und wie viel Geld man verdient hat." Ihre "beständige Nervosität" sei allgegenwärtig und sie wünsche sich für ihre Töchter nie die gleichen Gründe haben zu müssen, "plötzliche laute Geräusche zu hassen oder vor Menschen zu erschrecken, wenn ich sie nicht kommen gehört habe." Doch was hat das mit ihren transphoben Tweets zu tun?

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Rowling: „Ich möchte, dass Transfrauen in Sicherheit sind“

Ihre Äußerung seien nicht gegen Transsexuelle per se gerichtet, sie wolle auf die Gefahr hinweisen, die ein sorgloser Umgang mit Geschlechtsneutralität mitbringt: "Ich möchte, dass Transfrauen in Sicherheit sind", schreibt die Autorin, "Gleichzeitig möchte ich nicht, dass biologische Mädchen und Frauen weniger sicher sind. Wenn Sie die Türen von Badezimmern und Umkleidekabinen für einen Mann öffnen, der glaubt oder sich als Frau fühlt (...) dann öffnen Sie die Tür für alle Männer, die hineinkommen wollen. Das ist die einfache Wahrheit."

Sie betont gar, dass sie sich selbst mit der Identität ihres eigenen Geschlechts auseinandergesetzt habe: "Wenn ich über die Theorie der Geschlechtsidentität lese, erinnere ich mich, wie geistig geschlechtslos ich mich in der Jugend fühlte."

Rowling hatte in den vergangenen Tagen für Aufsehen gesorgt als sie sich via Twitter in mehreren Tweets transphob äußerte. Sie forderte zur Einsicht, dass das Geschlecht naturgegeben und keine Entscheidung sei. Stars aus ihrem eigenen Potter-Universum sahen sich daraufhin zu einer Stellungnahme gezwungen. Darunter Daniel Radcliffe (30), Eddie Redmayne (38) oder jüngst Emma Watson (30).