Inflation bei 3,9 Prozent

Diese 20 Waren und Dienstleistungen sind im August besonders teuer geworden

10. September 2021 - 11:59 Uhr

Im Video: Trotz Inflation im Alltag Geld einsparen

Die Inflationsrate in Deutschland kratzt mit 3,9 Prozent im August erstmals seit knapp 28 Jahren wieder an der Vier-Prozent-Marke. Für die Verbraucher bedeutet konkret: Eine höhere Inflation schwächt unsere Kaufkraft, weil wir für einen Euro dann weniger kaufen können als zuvor. Einige Waren und Dienstleistungen sind besonders teuer geworden. RTL-Verbraucherexperte Torsten Knippertz zeigt außerdem im Video, wie jeder Haushalte trotz Inflation ordentlich Geld einsparen kann.

Energiepreise treiben Inflation hoch

Laut dem Statistischen Bundesamt erhöhen sich die Preise für Waren insgesamt von August 2020 bis August 2021 überdurchschnittlich um 5,6 %. Vor allem die Preise für Energieprodukte lagen mit +12,6 % deutlich über der Gesamtteuerung. Hier wirkten vor allem das niedrige Preisniveau vor einem Jahr (Basiseffekte) und die zu Jahresbeginn eingeführte CO2-Abgabe auf die Teuerungsrate aus. Merklich teurer wurden Heizöl (+57,3 %) und Kraftstoffe (+26,7 %). Auch die Preise für Erdgas (+4,9 %) und Strom (+1,7 %) erhöhten sich.

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Die Preise für Nahrungsmittel stiegen im August 2021 gegenüber dem Vorjahresmonat um 4,6 %, nach +4,3 % im Juli 2021. Teurer gegenüber August 2020 wurden vor allem Gemüse (+9,0 %) sowie Molkereiprodukte und Eier (+5,0 %). Darüber hinaus verteuerten sich neben den Verbrauchsgütern auch Gebrauchsgüter wie Fahrzeuge (+5,5 %) oder Möbel und Leuchten (+4,0 %) deutlich. Dagegen wurden nur wenige Waren billiger, zum Beispiel Fernsehgeräte und Ähnliches (-0,7 %).

Auch für Sparer, die Geld beispielsweise auf mickrig verzinsten Tagesgeldkonten parken, sind steigende Inflationsraten bitter. Ihre Guthaben verlieren unter dem Strich noch mehr an Wert.

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Verbraucherpreisindex: Diese Waren und Dienstleistungen sind im August 2021 besonders teuer geworden

Waren und DienstleistungenVeränderungen gegenüber Vorjahreszeitraum in Prozent
Leichtes Heizöl57,3 %
Dieselkraftstoff27,8 %
Superbenzin26,4 %
Autogas24,2 %
Glücksspiele14,4 %
Foto- und Videokameras11,0 %
Fahrschule10,3 %
Gemüse9,0 %
Schiffsticket8,6 %
Speisefette und Speiseöle7,4 %
Finanzdienstleistungen6,2 %
Fahrzeuge5,0 %
Pflanzen und Blumen6,1 %
Milch, Butter, Eier5,0 %
Erdgas4,9 %
Produkte für Körperpflege4,8 %
Mineralwasser, Limonaden und Säfte4,3 %
Brot und Backwaren4,3 %
Zeitungen und Zeitschriften4,3 %
Bekleidung4,0 %

Quelle: Statistische Bundesamt

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Corona-Effekt: Das sind die Gründe für die Inflation im Jahr 2021

Volkswirte werten den Anstieg der Verbraucherpreise in Deutschland aber als vorübergehendes Phänomen. Denn vor einem Jahr waren die Rohölpreise mit Ausbruch der Corona-Krise wegen geringer Nachfrage auf dem Weltmarkt eingebrochen. Seither haben sie sich erholt. Dazu kommt: In Deutschland sind seit Januar 25 Euro je Tonne Kohlendioxid (CO2) fällig, das beim Verbrennen von Diesel, Benzin, Heizöl und Erdgas entsteht. Beides sorgt derzeit für steigende Energiepreise.

Zudem schlägt die Rücknahme der temporären Mehrwertsteuersenkung nun voll zu. Um den Konsum in der Corona-Krise anzukurbeln, hatte der Bund die Mehrwertsteuer befristet vom 1. Juli 2020 bis zum 31. Dezember 2020 gesenkt. Seit Januar 2021 gelten wieder die regulären Mehrwertsteuersätze, Waren und Dienstleistungen werden also tendenziell teuer. Die Preise für Waren insgesamt erhöhten sich nach Berechnungen des Bundesamtes im August im Vergleich zum Vorjahresmonat um überdurchschnittliche 5,6 Prozent.

Teuerungsrate von 5 Prozent bis Jahresende möglich

Bankökonomen und Institutionen wie die Bundesbank rechnen seit Monaten damit, dass die Verbraucherpreise in Deutschland in den nächsten Monaten weiter steigen werden. Vorübergehend gelten Teuerungsraten von an die fünf Prozent als möglich. "Dies wird vielen in Deutschland nicht gefallen, aber der aktuelle Anstieg der Inflation ist zu einem großen Teil Sondereffekten geschuldet und eine willkommene Normalisierung nach einer langen Zeit mit zu niedriger Inflation", erklärte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher.

Denn vom Ziel stabiler Preise, das die Europäische Zentralbank (EZB) erreichen will, ist der Euroraum seit Jahren weit entfernt. Die Notenbank strebt neuerdings für den Währungsraum der 19 Länder eine jährliche Teuerungsrate von zwei Prozent an. Dauerhaft niedrige Preise gelten als Risiko für die Konjunktur: Unternehmen und Verbraucher könnten dann Investitionen aufschieben - in der Hoffnung, dass es bald noch billiger wird. (dpa/aze)

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