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In der Mami-Falle: Zeit für mich - was ist das?

Deutschlands Mütter im Dauerstress

In der Mami-Falle: Zeit für mich - was ist das?

RTL-Moderatorin Eva Imhof
RTL-Moderatorin Eva Imhof kennt das Problem: Vor lauter Pflichten bleibt Müttern kaum noch Zeit für sich selbst!
Eva Imhof

Von RTL-Moderatorin Eva Imhof

Ich erinnere mich noch gut an die Worte meiner Freundin Angela, als sie sagte: "Seit das Baby da ist, habe ich nicht mal mehr Zeit zu duschen!" Als gute Freundin hielt ich meinen Mund, lächelte und dachte insgeheim: "Also, MIR wird das nicht passieren, wenn ich mal Kinder habe! Die werden sich mal schön gedulden, kein Theater machen und vor allem spätestens nach einem halben Jahr mit feinsten Manieren am Tisch sitzen und brav ihren Möhrenbrei essen!" Das war vor 10 Jahren.
Mittlerweile bin ich Mutter von Zwillingen und habe einiges durch auf dem Mama-Kind-Planeten!

Mütter haben kaum noch Zeit für sich selbst

Laut einer Studie haben Mütter gerade einmal 77 Minuten Zeit für sich – nicht pro Tag, sondern pro Woche! Ist das nicht krass?! Aber ehrlich: In den ersten drei Jahren mit meinen Zwillingen habe ich in manchen Wochen diese Zahl garantiert noch unterboten. Allein wenn ich an die ersten Wochen mit den beiden denke: Meine Zwillinge kamen fünf Wochen zu früh und alle waren in Panik, dass sie nicht schnell genug zunehmen. Also habe ich mir alle anderthalb Stunden den Wecker gestellt, der mich daran erinnern sollte, die beiden zu stillen. Wie eine Kuh kam ich mir vor!

Da es mit dem Anlegen nicht so klappen wollte, kam außerdem noch eine elektrische Milchpumpe zum Einsatz, die mir endgültig das Gefühl gab, sämtliches "Frausein" aufgegeben zu haben. Und duschen?! Daran war zwischen Stillen, Rumtragen und zwischendurch irgendwie noch selbst was essen schon mal gar nicht zu denken!

Freiräume zurückerobern: Das muss man erstmal schaffen!

Eva Imhof mit Zwillingstöchtern
Gleich zwei im gleichen Alter! Das macht doppelt so viel Stress - aber auch so viel Freude!
Eva Imhof

Mittlerweile kann ich über diese verrückten Zeiten herzlich lachen. Denn das Gute ist: Mit jedem Jahr werden die Kinder selbstständiger und man erobert sich die alten Freiräume – zumindest ein bisschen – zurück! Und es ist ein bisschen verrückt: Wenn ich meine Kinder, die dieses Jahr eingeschult wurden, morgens in die Schule gebracht habe, dann vermisse ich sie direkt ein bisschen. Und statt mal richtig durchzuschnaufen und tatsächlich einfach mal was nur für mich zu machen, fällt es mir schwer, einfach mal so abzuschalten.

Kürzlich waren mein Mann und ich ein Wochenende allein unterwegs und die Kinder waren bei Oma und Opa. Aber statt mal richtig auszuschlafen war ich – zack! – morgens um acht Uhr wach und konnte nicht mehr einschlafen.

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Zwingen Sie sich zu Ihrem Glück!

Kennen Sie das auch? Ich habe allerdings mittlerweile Strategien entwickelt, wie ich aus der "Mami-Falle" raus komme. Zum einen habe ich einfach meine Erwartungen ein bisschen zurückgeschraubt und versuche aus jeder Situation das Beste zu machen. Und manchmal muss man sich ein bisschen zu seinem Glück zwingen: Wäscheberge mal Wäscheberge sein lassen und ab mit der besten Freundin ins Cafe!

Aber egal, wie stressig es gerade ist mit den lieben Kleinen: Ich bin so dankbar, dass ich diese beiden Wunder bekommen habe und sie begleiten darf! Und nichts geht über die Glücksgefühle, die einen als Mama durchströmen: Zum Beispiel beim ersten Lächeln, dem ersten Wort oder Sätzen wie "Mama, ich hab' Dich so lieb!"