Bei ihm wird jeder schwach

Studie enthüllt: Hundeblick ist vom Menschen antrainiert

19. Juni 2019 - 15:59 Uhr

Diesen einen Blick hat einfach jeder Hund drauf – und wir sind selbst schuld daran

Wir sagen jetzt mal, wie es ist: Hunde haben uns einfach um ihre Pfoten gewickelt. Dem kleinen Wuschel etwas auszuschlagen, während er uns mit seinen großen, runden und wehleidig dreinblickenden Augen ansieht? Kaum möglich! Und das Schlimme ist: Wir sind selbst daran schuld, denn wir haben unseren Vierbeinern den Hundeblick unterbewusst antrainiert. Das fanden nun Forscher heraus. Was er für einen Effekt auf uns Menschen hat und wie auch wir ihn uns zunutze machen, verrät unser Experte im Video.

Vergleich mit dem Wolf zeigt extreme Unterschiede

Der Hundeblick wirkt einfach immer - und Forscher der britischen University of Portsmouth fanden nun heraus, dass wir selbst daran schuld sind. Denn sie nehmen an, dass Menschen im Zuge der Domestizierung Hunde bevorzugten, die die Brauen hochziehen konnten. Schlau, wie der Hund ist, trainierte er sich einfach die entsprechenden Gesichtsmuskeln dazu an, um diesen einen Blick perfekt zu beherrschen. Denn von Natur aus haben Hunde an diesen Stellen eigentlich keine so ausgeprägte Muskulatur. Grund zu dieser Annahme gibt der direkte Vergleich mit einigen Wölfen: Sie hatten an der entsprechenden Augenpartie nur spärliche Muskelfasern und Bindegewebe.

Wir züchteten uns den Hundeblick selbst heran

Für uns Menschen hat der Augenkontakt eine ganz besondere Bedeutung. Wir pflegen damit Bindungen und fördern Beziehungen, sagt Karsten Noack, Experte für Körpersprache: "Hunde, die große Augen haben und den Augenkontakt halten, wirken auf unsere Psyche so, als wären es Kinder, und bei uns werden bestimmte Mechanismen freigesetzt."

Wenn wir große Augen sehen, produziert unser Körper Oxytocin, ein Bindungshormon. Jemand erscheint uns dann nicht nur netter, sondern auch viel näher. Den Hundeblick haben wir uns also selbst herangezüchtet – und auch wir Menschen setzen ihn ganz gezielt ein. Das weiß auch eine junge Passantin, die uns verrät, wann sie ihren Hundeblick auspackt: "Wenn man etwas haben will, von dem eigentlich weiß, dass man es nicht bekommt."

So klappt’s auch bei Ihnen mit dem Hundeblick

Unser Experte Karsten Noack hat einen Tipp für Sie, damit ihr Hundeblick genau so gut ankommt, wie der der Vierbeiner: "Am besten ist es, sich in die Kindheit zurückzuversetzen und sich vorzustellen, ich würde mit einem Erwachsenen reden, den ich gerne mag." Ein Leckerli bekommen Sie dadurch vermutlich nicht, aber vielleicht die neuen Schuhe, in die Sie sich verliebt haben - oder auch einfach nur ein leckeres Eis.