Vierbeiner besser verstehen

Diese 5 Verhaltensweisen verwirren unsere Hunde

Es gibt einige Dinge, die wir tun, was unsere Hunde aber gar nicht verstehen.
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17. Februar 2020 - 10:07 Uhr

Hunde sind oft irritiert - wegen uns!

Schade, dass unsere Hunde nicht reden können – so wie in Tierfilmen. Dann würden wir sie bestimmt besser verstehen. Denn es gibt so einige Dinge, die wir Menschen tun, die unsere Hunde total verwirren. Das berichten Wissenschaftler von der Universität von Sydney. Wenn wir zum Beispiel unsere Vierbeiner umarmen oder ständig frisch gewaschene Klamotten anziehen, dann sind unsere Hunde irritiert. Woran das liegt, erklärt Hundetrainer Enrico Lombardi aus Berlin.

Wir lassen sie in Ruhe oder alleine

Es liegt eigentlich nicht in ihrer Natur, alle Verhaltensweisen der Menschen zu verstehen. Dennoch versuchen wir unseren Vierbeinern viele Dinge beizubringen. Auch wenn es für sie super schwierig ist. Ganz weit vorne: Wir lassen unseren Hund alleine zu Hause. Der Hund ist wie auch der Mensch ein soziales Lebewesen. Abhängig davon, wie stark er eine Bindung zu seinem Menschen aufgebaut hat, entsteht in diesen Situationen negativer Stress. Das Bedürfnis zu seinem Sozialpartner zu gelangen und es doch nicht zu können, kann zu depressiven Verhaltensweisen führen. In stärkeren Fällen können sich auch stereotype Verhaltensweisen entwickeln, bis hin zur Selbstverstümmelung.

Allein gelassen zu werden sollte sich für den Hund angenehm anfühlen.
Allein gelassen zu werden sollte sich für den Hund angenehm anfühlen.
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Am besten sollte man nicht mit Extremsituationen beginnen, sondern es vom ersten Tag an entsprechend gestalten. Denn das alleine gelassen werden sollte sich für den Hund angenehm anfühlen. Also müssen Tricks, etwa mit Futterelementen oder mit vorheriger körperlicher und geistiger Auslastung her. Denn danach sehnt sich der Hund nach Schlaf und Ruhe.

Wir sind visuell motiviert

Das Fernsehen ist ein visuelles Highlight für Menschen. Für Hunde ist es der Spaziergang in Parks und an Stränden, denn Hunde analysieren ihre Welt sehr über Gerüche. Bestandteil ihrer Kommunikationsvielfalt ist die chemische Kommunikation, also Duftmarken zu hinterlassen und Gerüche aufnehmen. Sie analysieren damit, was zu einer bestimmten Zeit, an einem bestimmten Ort stattgefunden hat. Sie verarbeiten diese Informationen und reagieren darauf - mit Markierverhalten.

Die Farbwahrnehmung von Hunden ist blasser und ihr Gehör schafft viel mehr Frequenzbereiche, als das unsere.
Die Farbwahrnehmung von Hunden ist blasser und ihr Gehör schafft viel mehr Frequenzbereiche, als das unsere.
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Was das Fernsehen angeht, sehen und hören die Hunde anders als wir Menschen. Ihre Farbwahrnehmung ist blasser und ihr Gehör schafft dafür viel mehr Frequenzbereiche, als das unsere. Da unsere Medientechnik aber auf unser Gehör und unsere visuelle Wahrnehmung zielt, nicht aber auf die des Hundes ausgerichtet ist, wird es vom Hund nicht wie das Originalgeräusch wahrgenommen. Bilder und Töne werden von ihm sicher gehört und auch gesehen, klingen für ihn aber anders und sehen für ihn auch anders aus. Völlig neue Reize, auf die er zwar reagieren kann, ein Verständnis kann er dafür aber nicht erlangen. Somit sind Sendeformate für Hunde letztlich wieder für den Hundehalter.

Wir verändern ständig unseren Geruch

Wo dem Menschen grade sechs Millionen Rezeptoren zur Geruchsanalyse zur Verfügung stehen, besitzt der Hund je nach Rasse im Durchschnitt 300 Millionen und mehr. Hunde riechen, ob wir gerade geduscht haben, einen anderen Hund gestreichelt, kürzlich gegessen haben oder Sex hatten. Sie riechen sogar unsere Emotionen, da vor jeder Einzelnen ein biochemischer Vorgang steht, ein bestimmter Cocktail ausgeschütteter Hormone. Natürlich ist der Duft eines Menschen nicht alles, was Hunde als Information über uns nutzen. Sie sind begnadete Beobachter. Da wir Menschen Gewohnheitstiere sind, fällt es dem Hund oft leicht, bestimmte Verhaltensmuster bei uns zu erkennen und in Verbindung mit bestimmten Gerüchen und Verhaltensweisen zu setzen.

Verändern wir unsere gewohnten Abläufe, hat dies aber nicht unbedingt negativen Folgen. Wir werden für unseren Hund lediglich schwerer einzuschätzen und unvorhersehbarer.

Wir umarmen sie gerne

Wie beim Menschen, steht auch beim Hund vor jedem Körperkontakt ein gewisser Grad an Vertrauen, der notwendig ist, um Körperkontakt zuzulassen. Körperkontakt ist für Hunde aber auch vielmehr als nur Berührung und stellt einen weiteren Kommunikationskanal dar. Man sollte also genau wissen, für was und wann man seinen Hund wo berührt. Eine Umarmung, in Form einer Umklammerung, kann den Hund stressen, da er sich in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt fühlt.

Wie Sie Ihrem Hund am besten Ihre Liebe zeigen, erklären wir hier. 

Körperkontakt ist für Hunde vielmehr als nur Berührung und stellt einen weiteren Kommunikationskanal dar.
Körperkontakt ist für Hunde vielmehr als nur Berührung und stellt einen weiteren Kommunikationskanal dar.
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Vor dem Umarmen des Hundes sind deshalb zunächst der Aufbau von Vertrauen und die emotionale Bindung des Hundes zu einem Menschen zu setzen. Dann kann eine sanfte Umarmung, die zugleich eine Überlegenheit des Menschen darlegt, ein Sicherheitsgefühl beim Hund bewirken.

Wir benutzen unsere Hände sehr häufig

In der Wahrnehmung des Hundes wirkt, wie im Übrigen auch bei uns Menschen, was von oben auf uns zukommt, bedrohlich. Das Tätscheln eines Hundes auf dessen Kopf, hat also keine positive Wirkung, sondern empfindet dieser eher unangenehm. Das über den Hund beugen, um diesen auf der anderen Körperseite zu streicheln, hat denselben Effekt.

Einen Hund kann man gut auf der Seite streicheln, die einem selbst zugewandt ist. Auch im Brustbereich mögen Hund die Berührungen. Vor Berührungen und Streicheleinheiten, sollte aber immer der Respekt vor dem Tier stehen. Deshalb gilt hier eine Grundregel: Der Mensch geht nicht zum Hund, sondern der Hund kommt immer zum Menschen!

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>> "Sprachkurs Hund mit Martin Rütter: Körpersprache und Kommunikation"* 🛒 von Martin Rütter
>> "Hundesprache: Damit wir uns richtig verstehen"* 🛒 von Katharina Schlegl-Kofler
>> "Körpersprache von Hund und Mensch: Mimik, Körperhaltung, Bewegung"* 🛒 von Johanna Esser

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