Australien-Kicker Josh Cavallo

Fußball-Profi outete sich kürzlich - jetzt klagt er über schwulenfeindliche Sprüche

10. Januar 2022 - 7:37 Uhr

Auf das Outing folgt der Hass

Erst vor zweieinhalb Monaten machte der Fußball-Profi Josh Cavallo seine Homosexualität öffentlich – als derzeit einziger aktiver Profikicker weltweit. Der Australier wurde dafür rund um den Globus gefeiert. Doch jetzt folgt der Hass. Cavallo berichtet eindrücklich von homophoben Beleidigungen während eines Spiels und fordert die Gesellschaft zum Handeln auf.

Australische Liga reagiert

Der australische Fußball-Profi Josh Cavallo hat nach einem Spiel in der australischen A-League homophobe Beschimpfungen gegen sich öffentlich gemacht. "Es gibt keine Worte um zu sagen, wie enttäuscht ich war", schrieb der Abwehrspieler von Adelaide United nach dem 1:1 bei Melbourne Victory am Sonntag auf Instagram. Er werde nicht so tun, als ob er die Beleidigungen nicht gesehen oder gehört hätte, schrieb der 22-Jährige, der im Oktober seine Homosexualität öffentlich gemacht hatte. Die australische A-League kündigte an, die Vorfälle während der Partie untersuchen zu wollen.

Cavallo will andere Spieler ermutigen

"Es gibt keinen Platz für Mobbing, Belästigung oder Beschimpfungen im australischen Fußball und wir tolerieren dieses schädliche Verhalten nicht", hieß es in einer Stellungnahme. Cavallo forderte die Gesellschaft auf Instagram zum Handeln auf. "Das sollte nicht akzeptabel sein und wir müssen mehr tun, um diese Menschen verantwortlich zu machen", schrieb der Fußballer. "Hass wird niemals gewinnen."

Der Junioren-Nationalspieler Australiens ermutigte andere Menschen, die auch unter homophoben Beschimpfungen litten, die Köpfe oben zu halten und weiter an ihren Träumen festzuhalten. Instagram forderte er auf, mehr gegen Beleidigungen zu unternehmen.

Cavallo hatte seine Homosexualität im Oktober in einem Video öffentlich gemacht. Er hoffe, damit andere Menschen und Fußballer zu ermutigen. "Es ist erstaunlich zu wissen, dass es derzeit keine schwulen Profifußballer gibt, die sich outen und aktiv spielen. Nicht nur in Australien, sondern auf der ganzen Welt", schrieb er. "Ich weiß, dass es andere Spieler gibt, die sich bisher noch nicht hervorgewagt haben. Ich möchte helfen, dies zu ändern." (msc/dpa)