Drohende Überdosierung

Hexal ruft Schilddrüsenmedikament L-Thyrox zurück

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion wird der Mangel am Hormon Thyroxin durch Tabletten ausgeglichen.

03. Juni 2020 - 9:37 Uhr

Fehlerhafter Aufdruck auf Blisterverpackungen

Der Arzneimittelhersteller Hexal ruft eine bestimmte Charge seines Schilddrüsenmedikaments L-Thyrox zurück. Der Grund: Die Blister sind möglicherweise falsch bedruckt, es droht eine Überdosierung. Das Medikament wird von vielen Patienten eingenommen, die an einer Schilddrüsenunterfunktion oder der Autoimmunkrankheit Hashimoto leiden.

Tabletten enthalten möglicherweise mehr Wirkstoff als angegeben

Hexal ruft die Tabletten mit den folgenden Angaben zurück:

L-Thyrox® HEXAL® 100 Mikrogramm Tabletten, 100 Stück Ch.-B.: KK2878 (verwendbar bis: 06/2021)

Bei der beschriebenen Charge kann nicht ausgeschlossen werden, dass einige Blister fälschlicherweise auf der Rückseite mit der Angabe "25 µg" bedruckt sind. Alle Blister enthalten jedoch wie auf der Verpackung angegeben Tabletten mit 100 µg des Wirkstoffs Levothyroxin-Natrium. Patienten sollten dringend überprüfen, ob es sich bei ihrem Medikament um die entsprechende Charge handelt: Nur bei der oben genannten Chargenbezeichnung KK2878 besteht die Gefahr eines Dosierungsfehlers.

Überdosierung möglich

Die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) warnt: "Aufgrund dieses Kennzeichnungsfehlers besteht das Risiko der unbeabsichtigten Überdosierung, mit Symptomen, wie sie auch bei einer Überfunktion der Schilddrüse vorkommen." Zu solchen Symptomen zählen etwa häufiger Durchfall, Schlafstörungen, Haarausfall oder Hyperaktivität.