Coronainfektion die mögliche Ursache

Herzmuskelentzündung bei Bayern-Star Davies: Worst Case? Karriereende!

Alphonso Davies ist an einer Herzmuskelentzdündung erkrankt.
Alphonso Davies ist an einer Herzmuskelentzdündung erkrankt.
© picture alliance

16. Januar 2022 - 21:02 Uhr

von Timo Meerkamp

Es ist eine von vielen Hiobsbotschaften für den FC Bayern: Alphonso Davies fällt nach seiner Coronaerkrankung wegen einer Herzmuskelentzündung für längere Zeit aus. Nach dem Ende der häuslichen Isolation folgte die schlimme Diagnose. Ob ein direkter Zusammenhang zwischen seiner Herzmuskelentzündung und der Coronainfektion besteht, kann zwar nicht zweifelsfrei geklärt werden, doch fest steht: Eine Covid-Infektion erhöht das Risiko einer Herzmuskelentzündung dramatisch. Und eine solche könnte schwere Folgen haben. Vor allem für Leistungssportler wie Davies. Bis hin zum Karriereende.

Zu früh im Training?

Für Davies kann es ein langer und steiniger Weg zurück auf den Trainingsplatz, zur Topform werden. "Bei einer solchen Erkrankung muss man Vorsicht walten lassen. Er wird in jedem Fall mehrere Wochen pausieren und sich völlig auskurieren müssen", sagt Medizinjournalist Dr. Christoph Specht. Denn: "Eine Herzmuskelentzündung kann zu bleibenden Schäden führen. Im schlimmsten Fall kann eine solche Erkrankung die Karriere eines Spitzensportlers beenden." Das wäre allerdings der Worst Case.

Ein Grund für Davies' Erkrankung könnte sein, dass er zu früh wieder trainiert hat. Um zu betonen: Könnte. "Es kommt vor allem bei Sportlern häufiger vor, dass sie ihren Körper zu früh nach einer Infektion belasten und deshalb eine Herzmuskelentzündung entsteht, weil das Herz bei Sportlern besonders belastet wird", erklärt Specht.

Infektion erhöht Risiko ums Vielfache

Was hilft, einer schweren coronabedingten Myokarditis vorzubeugen, ist eine Impfung. Das belegen neueste Studien und Daten. Im Vergleich zu einer durch die Impfung bedingten Herzmuskelentzündung sei das Risiko nach einer Corona-Infektion, an einer Herzmuskelentzündung zu erkranken, bis zu 40 Mal höher, sagt der Mediziner. So liege der Faktor einer Herzmuskelentzündung nach einer Impfung bei einer Million Menschen bei eins bis sechs Myokarditis-Fällen – bei einer Infektion hingegen bei bis zu 40 Fällen.

"Und wenn ich es mir aussuchen könnte, würde ich die wählen, die durch die Impfung entstanden ist", betont der Mediziner. Denn: "Eine Herzmuskelentzündung als Folge einer Infektion ist in der Regel schwerer und langwieriger." Zudem sei eine von Infektion hervorgerufene Myokarditis schwieriger, zu therapieren. Impfbedingte heilten hingegen oftmals selber aus.

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Herzmuskelentzündung kein Corona-Phänomen

Dass eine Viruserkrankung schwere Folgen wie bei Davies nehmen kann, sei allerdings nichts Besonderes. Kein spezifisches Phänomen von Corona. "Eine Herzmuskelentzündung kennen wir auch bei anderen Virusinfekten wie der Influenza", sagt Specht. Nach bisherigen Erkenntnissen gebe es auch keine Hinweise darauf, dass eine Myokarditis bei Corona häufiger auftrete. Eine Auffälligkeit: Vor allem jüngere Menschen sind nach einer Infektion von einer Herzmuskelentzündung betroffen. Wie Bayern-Star Davies.