Eine Tierärztin verrät, auf welche Symptome Sie achten sollten

Hilfe, mein Hund hat Milben - ich jetzt etwa auch?

Wenn ihr Hund sich plötzlich ständig kratzt, sollten Sie ihn auf Milbenbefall untersuchen.
© iStockphoto, Placebo365

29. Juni 2020 - 9:55 Uhr

Nach Milbenbefall ihres Hundes: Yeliz Koc steckt sich an

Ex-"Bachelor"-Kandidatin Yeliz Koc ist seit Kurzem stolze Hunde-Mama eines süßen Bulldoggen-Babys. Nach einigen Wochen im Hunde-Himmel bemerkt sie nun vor einigen Tagen einen juckenden Ausschlag und kleine Stichmale auf ihrer Haut. Bei einem Besuch beim Tierarzt dann die überraschende Diagnose: Hundemädchen Luna litt unter Milbenbefall – und Yeliz hatte sich angesteckt! Wir haben eine Tierärztin gefragt: Wie erkennt man als Tierbesitzer, dass der Hund von Milben befallen ist? Kann man verhindern, dass man sich als Mensch bei seinem Vierbeiner ansteckt? Und bei welchen Symptomen sollten sowohl Mensch als auch Tier dringend einen Arzt aufsuchen?

Wann Milben für Mensch und Tier gefährlich werden

Milben sind mikroskopisch kleine Spinnentiere, denen wir oft im Alltag begegnen – ohne es zu merken. Sie befinden sich auf Matratzen, Bettwäsche, Teppichen, sogar auf unseren Haaren und Wimpern. Wer beispielsweise eine Hausstauballergie hat, ist nicht gegen den Staub an sich, sondern gegen den darin befindlichen Milbenkot allergisch.

Von den etwa 50.000 bekannten Arten der Milbe sind einige besonders problematisch für Mensch und Tier. Die Grabmilbe, beispielsweise, befällt Säugetiere und bohrt dann bis zu einen Zentimeter tiefe Gänge in die Haut des Wirts, wo sie dann ihre Eier ablegt. Meist befallen die kleinen Parasiten Hunde, Pferde und weitere Tiere und verursachen bei ihnen Hautausschläge, Haarausfall und starken Juckreiz – die sogenannte "Räude".

Wie stecken sich Hunde mit Milben an?

Wie und wo sich Hunde mit den Parasitentierchen anstecken, hängt von der Art der Milben ab: Während Gras- und Grabmilben die Vierbeiner beim Spezierengehen befallen, übertragen sich Harbalgmilben bereits bei der Geburt auf den Welpen und können zu Problemen führen, wenn sie sich durch das noch schlecht ausgebildete Immunsystem des Hundes hochgradig vermehren können. Die sogenannten Futtermilben gehen, wie der Name schon verrät, durch Tierfutter auf den Hund über, wenn dieses zu lange und bei zu hoher Luftfeuchtigkeit offen gelagert wurde.

Sind es Milben? Bei diesen Symptomen sollten Sie einen Tierarzt aufsuchen

"Das Schwierige ist, dass die Symptome selten eindeutig sind", sagt Doris Plagge, Tierärztin mit dermatologischem Schwerpunkt an der Tierklinik Lüneburg. Sie rät Hundebesitzern daher dringend: "Sie sollten immer einen Tierarzt aufsuchen, wenn Ihr Hund plötzlich Juckreiz, Veränderungen des Fells oder der Haut zeigt." Auch rote Pünktchen am Ohr, Hautentzündungen oder Schuppen an Rücken, Bauch und den Hintergliedmaßen können Symptome für einen Befall sein.

Allerdings: "Viele Hauterkrankungen haben sehr ähnliche Symptome, die zusätzlich noch durch sekundäre Infektionen verschleiert werden können", so die Expertin. Es sei wichtig, möglichst schnell zu einer Diagnose zu kommen, um dann die entsprechende Therapie einleiten zu können. Die Gute Nachricht dabei: Für bestimmte Milbenarten ist der Mensch ein Fehlwirt. "Somit reicht oft die Therapie der Hunde, um die Symptomatik beim Besitzer zu bekämpfen", erklärt Doris Plagge.

Können sich Menschen bei Hunden mit Milben anstecken?

Nicht alle Milbenarten, die Tiere befallen, können auch auf den Menschen übertragen werden. Dazu gehören zum Beispiel die Haarbalg- sowie die Herbstgrasmilbe. Bei anderen Arten ist eine Ansteckung jedoch sehr wohl möglich. Und dafür müssen Sie vorher nicht mal auf Kuschelkurs mit ihrem Vierbeiner gegangen sein! Die Milbenart Cheyletiella, beispielsweise, erklärt Doris Plagge, kann bis zu fünf Wochen ohne Wirt überleben. Daher sei eine Ansteckung sowohl über direkten als auch indirekten Kontakt mit dem Tier möglich.

Sind die Parasiten auf den Menschen übergegangen, wird die resultierende Erkrankung als "Krätze" bezeichnet. Wenn beim Hund also ein Milbenbefall diagnostiziert wurde und der Besitzer in diesem Zusammenhang Hautveränderungen an sich wahrnimmt, sei immer anzuraten, einen Dermatologen zu konsultieren, rät die Tierärztin.

Wie wird ein Milbenbefall behandelt?

"Für die Behandlung dieser Milbenerkrankungen stehen Tierärzten mittlerweile neue und gut verträgliche Medikamente zur Verfügung", erklärt Doris Plagge. Diese werden dem Tier entweder oral verabreicht oder kommen in Form eines Sprays daher. Die Dauer und Form der Therapie kann jedoch je nach Art der Milbe und der Felllänge des Hundes variieren.

Tipps für das Leben mit dem Hund: Martin Rütter im Interview