In einem Streit eskalierte die Situation

Fast fünf Jahre Haft für betrunkenen Messerstecher

Prozess wegen versuchtem Totschlag nach Streit, unter anderem um die Mund-Nasen-Bedeckung
Prozess wegen versuchtem Totschlag nach Streit, unter anderem um die Mund-Nasen-Bedeckung
© dpa, Ulrich Perrey, up fdt let

25. November 2021 - 15:53 Uhr

Versuchter Totschlag und gefährliche Körperverletzung

Stark betrunken soll ein Mann am 8. Mai 2021 in Hamburg auf einen Transporter-Fahrer zugestochen haben, nachdem ein Streit eskalierte. Das Opfer habe ihn auf das Tragen einer Maske hingewiesen, ob das der Grund für die Attacke war, ist unklar. Am Donnerstag ist das Urteil in Hamburg gefallen: Der Angeklagte wurde wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von vier Jahren und zehn Monate verurteilt.

Er fragte ursprünglich nach einer Zigarette

In der Nähe der U-Bahnhaltestelle Legienstraße ist der 27-jährige Angeklagte zu einem Transportfahrer gegangen und wollte nur nach einer Zigarette fragen. Dabei kam der Angeklagte dem 52-Jährigen immer näher und wurde von dem Opfer aufgefordert, eine Maske aufzusetzen und Abstand zu halten. Der Angeklagte habe wütend reagiert und soll mit der Tür des Transporters zweimal gegen den Fuß des Opfers geschlagen haben. Der Kraftfahrer habe sich gewehrt und es soll zur Prügelei geführt haben. Am Ende stach der Angeklagte mit einem Klappmesser zu und das sogar vor den Augen der Familie des Opfers.

Ob der Auslöser für die Wut des Angeklagten wirklich die Bitte um die Maske gewesen sei, bleibe nur eine sehr vage Vermutung, sagte der Richter.

Der Täter habe einen Filmriss

Im Prozess hat der Angeklagte ausgesagt, dass er sich an die Tat nicht erinnern könne und aufgrund des Alkohols einen Filmriss habe. Zudem soll er sich mehrfach bei dem Opfer entschuldigt haben. Der Vorsitzende Richter Matthias Steinmann bezeichnet es als "ein völlig sinnloses Verbrechen". Mit dem Urteil folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte eine Bewährungsstrafe wegen gefährlicher Körperverletzung gefordert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.