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Hamburg: Erschütternde Beichte eines Pornokunden - Camgirl deckt Kindesmissbrauch auf

Erschütternde Beichte eines Pornokunden

Cam-Girl deckt Kindesmissbrauch auf - mutmaßlicher Täter bleibt unbestraft

Als Webcam-Girl Hanna Secret verdient sich die Hamburgerin ihr Geld damit, sich vor der Kamera auszuziehen.
Als Webcam-Girl Hanna Secret verdient sich die Hamburgerin ihr Geld damit, sich vor der Kamera auszuziehen.
RTL Nord

Mann spricht über Missbrauch seiner Stieftochter

Tabus sind ihr Geschäft: Webcam-Girl Hanna Secret (Künstlername) aus Hamburg verdient Geld damit, sich vor der Kamera auszuziehen und mit ihren Kunden über intimste Dinge zu reden. Doch ein User überschreitet eine Grenze auf schreckliche Weise: Er gesteht Hanna, seine Stieftochter missbraucht zu haben. Das Cam-Girl zeigt ihn sofort an, doch das Verfahren wegen Missbrauchs wird eingestellt.

Sein erster Wunsch klang noch harmlos

Anfangs verhielt sich der Kunde noch unauffällig, erzählt Hanna einem RTL Nord Reporter. „Es war ein User, der den Wunsch geäußert hat: Er möchte gerne Bademode an mir sehen. Gut, jeder User hat einen anderen Wunsch, dabei habe ich mir noch nichts gedacht.“ Dem Kunden sei sehr wichtig gewesen, dass die Bademode nicht zu sexy wirke und über die Pobacke gehe.

Dieses Utensil machte sie stutzig

Hanna Secret schätzt, dass der Mann über die Jahre mehrere tausend Euro bei ihr ausgegeben hat. um mit ihr zu chatten und sie am Bildschirm sehen zu können. Er hätte sich sogar selbst Bikinis gekauft und sie ihr vor der Webcam gezeigt. Im Februar 2020 werden seine Wünsche so speziell, dass bei der 25-Jährigen alle Alarmglocken läuten: "Das war eigentlich als ich die Kinderbademode gesehen habe. Sofort dachte ich, stopp - irgendwas stimmt hier nicht!“

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Seine Beichte ist ein Schock

Er habe ihr dann gebeichtet, dass das ein Bikini seiner Nichte sei. Sie ist geschockt, bestärkt ihn aber, dass er ihr vertrauen kann. „Dann kam halt heraus, dass er sich auch an seiner Stieftochter vergangen hat und schlimme Sachen mit ihr gemacht hat", erzählt die gelernte Krankenschwester, die früher auf einer Station für psychisch erkrankte Kinder- und Jugendliche gearbeitet hat. „Wenn ich daran denke wird mir echt schlecht“, sagt sie noch angewidert.

Sie informiert die Polizei

Danach sendet der User Hanna Secret auch kinderpornografisches Material von seiner Stieftochter. Sofort sichert die Hamburgerin alle Chat-Protokolle und Bilder als Screenshots und am nächsten Morgen kontaktiert sie das Online-Portal, auf dem sie und der User in Kontakt stehen. Doch die können ihr keine persönlichen Daten des Mannes geben, woraufhin sie den Fall bei der Polizei zur Anzeige bringt.

Der nächste Schock: Es kommt nicht zur Verurteilung

Daraufhin übernimmt die Staatsanwaltschaft in Frankenthal den Fall, in der dortigen Region in Rheinland-Pfalz ist der mutmaßliche Täter gemeldet. Er ist 32 Jahre alt und kommt aus der Region Ludwigshafen. Bei einer Hausdurchsuchung werden hunderte kinderpornografische Bilder und Videos sowie zahlreiche Kinder-Bikinis gefunden. Doch für eine Verurteilung wegen Kindesmissbrauchs reicht es nicht.

Alles nur Phantasie?

"Diese Chatprotokolle haben natürlich einen hohen indiziellen Wert. Der Angeschuldigte hat damals bei der Durchsuchung sofort erklärt, dass dies Phantasiebekundungen gewesen seien - und unsere Ermittlungen konnten dies nicht widerlegen“, erklärt Hubert Ströber von der Staatsanwaltschaft in Frankenthal RTL gegenüber. Allerdings läuft ein Verfahren wegen des Besitzes von Kinderpornografie. Hanna Secret ist ratlos und wütend: „Wütend in dem Sinne, dass es ja ganz klar war, was vorgefallen ist, weil er das ja ganz klar geäußert hat und es ja keine Phantasie mehr war. Er hat mir Beweise geschickt.“

Eltern des Kindes wollen nicht aussagen

Tagelang konnte die Hamburgerin nicht schlafen, hatte Bauchkrämpfe. Sie würde ihren Job zwar deswegen nicht an den Nagel hängen, aber sie sei sehr traurig, dass die leiblichen Eltern des mutmaßlich misshandelten Kindes nicht aussagen wollen. Aus ihrer früheren Tätigkeit als Krankenschwester weiß sie genau, wie sehr traumatisierte Kinder leiden. Nun hofft sie, dass der mutmaßliche Täter trotz allem das höchstmögliche Strafmaß und eine Therapie bekommt. (nid)