"Strafanstalt der Wahl"

Haftstrafe für Bayern-Star Lucas Hernández: Spanische Justiz macht richtig ernst

Lucas Hernández muss am 19.  Oktober in Madrid erscheinen.
Lucas Hernández muss am 19. Oktober in Madrid erscheinen.
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14. Oktober 2021 - 10:19 Uhr

Hernández muss persönlich in Madrid erscheinen

Muss Lucas Hernández wirklich ins Gefängnis? Der französische Nationalspieler in Diensten des FC Bayern hat ein riesiges Problem mit der spanischen Justiz. Sechs Monate soll er absitzen, weil er ein rechtskräftiges Urteil von 2019 missachtet hatte. Am 19. Oktober muss er persönlich in Madrid erscheinen und "innerhalb von zehn Tagen seine Haftstrafe in einer Strafanstalt seiner Wahl antreten", heißt es.

Ihm drohen sechs Monate hinter Gittern

Mit "absolutem Hohn" quittiert

Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, dass die spanische Justizbehörde nicht gewillt ist, eine einvernehmliche Lösung zu finden. Hernández habe vor zwei Jahren den Spruch des Richters "bei vollem Bewusstsein" mit "absolutem Hohn" quittiert. Der 25-Jährige hatte 2017 gegen ein Annäherungs- und Kontaktverbot verstoßen. Zudem ist er bereits wegen häuslicher Gewalt verurteilt.

Der Fall ist zumindest kurios: 2017 war der Profi wegen einer handgreiflichen Auseinandersetzung mit seiner heutigen Ehefrau mit dem Kontaktverbot belegt worden. Laut Gericht hat das Paar dagegen verstoßen, indem es wenige Monate später gemeinsam nach Miami flog. Hernández war deshalb nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub am Flughafen in Madrid kurzzeitig festgesetzt worden. 2019 war der Profi dann vom 35. Strafgericht in Madrid zu einem halben Jahr Haft verurteilt worden. Dieses soll nun vollstreckt werden.

Hernández' Seite setzt nun laut Bericht darauf, dass eine höhere Instanz doch noch eine Umwandlung in eine Geldstrafe erlaubt. Allerdings ist offen, wann über die Berufung entschieden wird - es gibt im spanischen Recht dafür keine Fristen. Sollte das Urteil bis kommenden Dienstag nicht umgewandelt werden, muss der 25-Jährige seine Haftstrafe zunächst antreten. Passiert dies nicht, würde der Bayern-Profi international zur Fahndung ausgeschrieben, sagte ein Justizsprecher der "Süddeutschen Zeitung". (tno/ara)