Haftpflichtversicherung: Die größten Irrtümer

Scherben bringen Glück - können
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11. Dezember 2019 - 10:12 Uhr

Kleine Kinder haften nicht für Schäden

Zack, Rums, Klirr – wenn es scheppert und der erste Ärger verflogen ist, stellt sich die Frage: Wer kommt für den Schaden auf? Die meisten Haushalte können durchatmen: Sie haben eine Haftpflichtversicherung. Und die gilt als wichtigste Versicherung überhaupt. Sie zahlt für Schäden, die an fremden Sachen oder Personen entstehen. Aber zahlt die Haftpflichtversicherung wirklich alles?

Grundsätzlich zahlt die Haftpflichtversicherung nicht für Schäden, die Kinder unter sieben Jahren verursacht haben. Laut Gesetz sind Kinder, die das siebente Lebensjahr nicht vollendet haben, nicht deliktsfähig. Das bedeutet: Sie können für Schäden, die sie verursacht haben, nicht verantwortlich gemacht werden. Eltern haften nur, wenn sie ihre Aufsichtspflicht verletzt haben. Haben sie das nicht, müssen sie den Schaden nicht begleichen, der Geschädigte geht somit leer aus. Passiert der Schaden bei Freunden, ist das natürlich unangenehm. Viele Versicherungsgesellschaften bieten Premium-Pakete an, die solche Schäden bis zu einer bestimmten Summe ersetzen.

In den Basistarifen werden auch keine Schäden ersetzt, die bei Freundschaftsdiensten entstehen können. Der Klassiker: Beim Umzug wird mit angepackt und aus Versehen die Kiste fallengelassen. Auch hier bieten viele Versicherer Erweiterungspakete an, die den Basistarif aufwerten und Schäden, die bei einer Gefälligkeit entstehen, begleichen.

Tarifvergleich lohnt sich

Fast jeder dritte Haushalt besitzt keine Haftpflichtversicherung. Verursacht jemand ohne eigene Haftpflichtversicherung einen Schaden und kann diesen nicht aus eigenen Mitteln begleichen, ist das natürlich ärgerlich. Hier springt die eigene Haftpflichtversicherung ein, wenn sie über eine sogenannte Ausfalldeckung verfügt. Dann zahlt die eigene Haftpflicht eigene Schäden. Bis es zu einem Regress kommt, ist es aber ein weiter Weg: Der Geschädigte muss erst einen Prozess gegen den Schädiger führen und einen vollstreckbaren Titel erhalten. Dann muss er nachweisen, dass die Vollstreckung zum Beispiel durch einen Gerichtsvollzieher erfolglos blieb.

Schäden, die an einer Mietwohnung entstehen, sind in einer Haftpflichtversicherung eingeschlossen. Die Versicherung zahlt aber nicht die Abnutzung der Immobilie. Denn diese Kosten sind in der Miete eingeschlossen und der Vermieter hat in der Regel keinen Anspruch darauf, dass dieser Verschleiß zusätzlich ersetzt wird.

Auch wer den Schlüssel vom Nachbarn verwahrt, ist bei Verlust nicht automatisch versichert. Die Basisverträge übernehmen - wenn überhaupt - den Schaden, der beim Verlust des eigenen Wohnungsschlüssels entsteht. Fremde, private Schlüssel müssen zusätzlich versichert werden. Aber vorsicht: Diese Schlüsselverlustversicherung erstreckt sich aber nicht immer auf beruflich genutzte Schlüssel.

Welche Schäden die Haftpflichtversicherung konkret ersetzt, lässt sich durch eine Nachfrage beim Versicherungsunternehmen klären. Wer den Vertrag wechseln oder neu abschließen möchte, kann über ein Vergleichsportal wie transparo.de seine Wünsche eingeben und einen günstigen Tarif auswählen. Denn die Haftpflichtversicherung ist nicht nur die wichtigste Versicherung überhaupt – sie ist auch die günstigste.