Grippewelle 2018: Apotheker melden Liefer-Engpässe bei bestimmten Medikamenten

12. März 2018 - 13:47 Uhr

In dieser Saison bereits 165.000 Menschen an der echten Grippe erkrankt

Die Grippewelle war und ist in diesem Jahr besonders heftig: Knapp 43.000 echte Grippefälle meldet das Robert-Koch-Institut allein in der vergangenen Woche, insgesamt sind in dieser Saison 165.500 Menschen nachweislich an der Grippe erkrankt. Und wer nicht die Grippe hat, leidet unter anderen Erkältungssymptomen wie Husten, Schnupfen oder Halsschmerzen. Dementsprechend hoch ist der Andrang in den Apotheken - und die ersten Apotheker melden Engpässe bei bestimmten Medikamenten.

Einzelne Hersteller haben Lieferschwierigkeiten bei bestimmten Medikamenten

"Sehr viele symptomlindernde Medikamente wie Hustensaft, Schmerzmittel und Schnupfenspray sind aktuell von einzelnen Herstellern nicht zu bekommen, das liegt ganz klar an der Grippewelle", sagte Thomas Preis, der Vorsitzende des Apothekerverbands Köln, dem 'Kölner Stadtanzeiger'.

Auch in anderen Regionen melden Apotheker Engpässe: "Seit drei Wochen ist das Spray 'Schnupfen Endrine' nicht lieferbar. Außerdem gibt es momentan bei unserem Großhändler keinen vierprozentigen Ibuprofen-Saft für Kinder mehr", sagte Inge Funke, Sprecherin für die Apotheken in Mettmann, Ratingen und Velbert der 'Bild'-Zeitung.

Problematisch ist es vor allem, wenn verschreibungspflichtige Medikamente nicht verfügbar sind. Wenn der Arzt konkret ein Medikament eines bestimmten Herstellers verschreibt und das nicht lieferbar ist, dürfen die Apotheker nicht auf ein Präparat eines anderen Herstellers zurückgreifen, auch wenn der Wirkstoff der gleiche ist.

Grippewelle 2018: Kein Grund zur Panik

"Bei der Rezeptbelieferung müssen Apotheker mit oft großem Aufwand nach Alternativen suchen, um den Patienten ordnungsgemäß zu versorgen - im Zweifelsfall sogar zusammen mit dem verordnenden Arzt", sagt ein Sprecher Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA). Versorgungsrelevante, rezeptpflichtige Arzneimittel, bei denen bundesweit ein Lieferengpass besteht, werden tagesaktuell vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte erfasst.

In dieser Liste seien jedoch keine rezeptfreien Medikamente berücksichtigt. Grund zur Panik besteht aber nicht: "Wenn ein Patient in der Apotheke seine Symptome schildert und diese lindern will, kann der Apotheker meist auf mehrere Präparate mit demselben Wirkstoff oder sogar auf mehrere Wirkstoffe zurückgreifen", so der ABDA-Sprecher. Einen Lieferengpass bei einem einzelnen rezeptfreien Medikament könne die Apotheke deshalb oft gut kompensieren.