Neue Suchmaschinenfunktion in Deutschland

Was bringt „Google for Jobs" bei der Stellensuche?

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1. August 2019 - 9:43 Uhr

Endlich auch in Deutschland verfügbar

Schluss mit der Suche in zahllosen Jobbörsen: Die neue Google-Funktion "Google for Jobs" soll jetzt den Weg zur Traumstelle ganz einfach machen. Seit Ende Mai ist die in den USA bereits sehr beliebte Funktion auch in Deutschland verfügbar. Wir erklären, was sie Ihnen bringt und was Sie bei der Nutzung beachten müssen.

Was ist „Google for Jobs"

"Google for Jobs" hat - anders als "News" oder "Shopping" - keinen eigenen Tab in der Suchmaske. Das Feature aktiviert sich bei bestimmten Suchbegriffen automatisch.

Und so funktioniert es: Benutzer, die in die Suchmaske eine Berufsbezeichnung eingeben, bekommen Stellenanzeigen in ihrer Nähe aufgeführt. Diese sogenannte Job-Box ist gut sichtbar oben auf der Seite und umgeben von einem blauen Kasten. Die Jobs lassen sich dann noch beispielsweise nach Art der Stelle (Vollzeit, Teilzeit, Praktikum), Entfernung vom eigenen Standort oder Arbeitgeber filtern.

Die Job-Box erscheint bislang bei etwa 14.000 Suchbegriffen, dies hat das Webanalysetool Sistrix herausgefunden. Diese Begriffe umfassen Berufsbezeichnungen wie "Schweißer", "Bürokauffrau" oder "Verkäuferin", aber auch allgemeinere Stichwörter wie "Ausbildung", "Nebenjob Köln" oder "Stellenangebote". Selbst bei der Eingabe von konkreten Firmennamen taucht die Job-Box oben auf der Ergebnisseite auf.

Was für Vorteile bringt mir das?

Für den Benutzer ist die Job-Box eine übersichtliche erste Anlaufstelle. Die Filterfunktion ist komfortabel, und wo vorhanden, werden zum Arbeitgeber auch Bewertungen von derzeitigen oder ehemaligen Mitarbeitern angezeigt (zum Beispiel über kununu.de).

Ein großer Vorteil ist auch, dass die Suchergebnisse "intelligent" sind. Wenn also eine Firma eine etwas andere Jobbezeichnung gewählt hat, auf die man selbst nie gekommen wäre, führt Google die Stelle trotzdem bei den Ergebnissen auf.

Was gibt es für Nachteile?

"Google for Jobs" zeigt einem nicht ALLE verfügbaren Jobs an. Die Suchmaschine zieht sich ihre Ergebnisse von den Webseiten der Konzerne und von einigen Jobbörsen wie Monster oder Xing. Aber längst nicht alle großen Jobbörsen arbeiten mit Google zusammen und so kann es sein, dass einem gute Stellenanzeigen entgehen, wenn man sich nur über die Job-Box informiert.

Ein weiteres Problem, das zumindest noch in der nächsten Zeit bestehen dürfte: Damit die Stellenanzeige eines Unternehmens in der Job-Box auftaucht, muss sie bestimmte technische Kriterien erfüllen. Eine aktuelle Studie der Online-Marketing-Agentur Bloofusion hat aber ergeben: Nicht einmal zwei Prozent der Webseiten von Mittelstandsunternehmen erfüllen diese Voraussetzungen. Die Jobangebote dieser Firmen können also von Google gar nicht gefunden werden.

Fazit

"Google for Jobs" ist für Bewerber eine gute Möglichkeit, um sich einen ersten Überblick über vorhandene Stellen zu verschaffen. Durch die intelligenten Suchergebnisse werden einem vielleicht sogar attraktive Jobs angezeigt, die man von selber gar nicht direkt gesucht hätte.

Die neue Funktion kann allerdings richtige Onlinejobbörsen (bislang) nicht komplett ersetzen. Zum einen, weil einige von ihnen nicht mit Google zusammenarbeiten und ihre Stellenanzeigen entsprechend nicht weitergeben. Zum anderen ist es bei der Job-Box auch nicht möglich, ein eigenes Profil mit Lebenslauf hochzuladen, um sich direkt online bewerben zu können. Auch eine eigene "Ich suche"-Anzeige lässt sich hier nicht aufgeben.

Die klassischen Onlinejobbörsen dürften aber trotzdem um ihr Geschäft bangen: In den USA hatte die Jobbörse Monster in diesem Jahr nur halb so viele Aufrufe wie vor dem US-Start von "Google for Jobs". Und auch in Deutschland sind die Folgen bereits spürbar: Die Jobbörse Stepstone merkte nach eigener Aussage schon in den ersten zwei Wochen einen Rückgang der Klickzahlen.